Neuer Kletterführer: Vom Südrippli zur Bikinizone

Weit über hundert Interessierte fanden sich am frühen Sonntagabend in der Kunsthalle Ziegelhütte zur Präsentation des neusten «SAC Kletterführer Alpstein» ein. Das Buch erscheint bereits in vierter Auflage und entstammt der Feder des Appenzellers Werner Küng.

  • Kletterpapst Werner Küng stellte seinen überarbeiteten «SAC Kletterführer Alpstein» vor. (Bilder: Matthias Brülisauer)

    Kletterpapst Werner Küng stellte seinen überarbeiteten «SAC Kletterführer Alpstein» vor. (Bilder: Matthias Brülisauer)

  • Für ein Autogramm im neuen Nachschlagewerk stand man am Sonntag Schlange.

    Für ein Autogramm im neuen Nachschlagewerk stand man am Sonntag Schlange.

Er sei etwas nervös, gestand der Autor Werner Küng zum Auftakt der Vernissage. Kein Wunder, war der Einladung zur Präsentation der vierten Auflage des «SAC Kletterführer Alpstein» doch eine ansehnliche Schar gefolgt. Er habe bewusst keine Kletterhalle, sondern die Ziegelhütte als Ort für die Buchvorstellung gewählt. Denn: «Wir holen unseren Horizont nicht nur in der Natur», erklärte Küng mit Verweis auf das Jahrhunderte alte Gebäude.

Andreas Mathyer vom Weber Verlag bezeichnete in seinem anschliessenden Grusswort die Neuauflage des knapp 400 Seiten starken Verzeichnisses als «Meisterwerk».

«Heisse Liebe» auf dem Deckblatt

Auch Adrian Steiner, Präsident der SAC Sektion Säntis, dankte und gratulierte dem Autor. Das enorme Wissen über Kletterrouten und die historische Erschliessung des Alpsteins zwischen zwei Buchdeckeln zu bündeln, sei eine riesige Herausforderung, deren Aufwand kaum abzuschätzen sei. Mit seinen Ausführungen über die Kreativität bei den Routennamen sorgte Steiner für etliche Lacher im Publikum. Dass diese «Südwand» oder «Südrippli» getauft werden, lasse sich noch nachvollziehen. Doch Steiner fragte unter anderem rhetorisch in die Runde, wie ein Erstbegeher wohl auf die Idee komme, eine Kletterpartie «Bikinizone» oder «Goldiger Fallschirm» zu nennen. Apropos fantasievolle Bezeichnungen: Den Umschlag der 2022er-Ausgabe ziert Sepp Ulmann, der auf dem Bild die Route «Heisse Liebe» auf Meglisalp klettert.

Der Kletterführer in seiner aktuellen Fassung erfuhr eine gestalterische Auffrischung, da das grafische Grundkonzept vom Schweizer Alpen-Club (SAC) überarbeitet worden ist. Eine Anpassung, die sich gelohnt hat – die Klettertopos und Übersichtskarten von Werner Küng haben dadurch einen zeitgemässeren Rahmen erhalten. Für Satz und Umbruch zeichnete Judith Wälti verantwortlich. Das habe einen «Austausch auf Expertenebene» ermöglicht, wie Mathyer es ausdrückte.

Ein Standardwerk

Für das vorliegende Werk seien laufend alte Routen gestrichen und neue aufgenommen worden, sagte Küng. Hinter der stetigen Aktualisierung steckt eine enorme Arbeit. Auch, weil Küng höchste Ansprüche an Präzision und Grafik stellt. Der Appenzeller schaut im Alpstein auf weit über hundert Erstbegehungen zurück. Nicht umsonst wird der selbständige Akkordmaurer mit Jahrgang 1966 in der Szene auch «Kletterpapst» genannt. Das Nachschlagewerk erfährt in Alpinistenkreisen wegen seiner Qualität sehr grosse Beachtung und ist zum Standard geworden.

Christa Kölbener, Hackbrettvirtuosin und selber Kletterin, umrahmte den Anlass mit musikalischen Klängen. Im Anschluss konnte die druckfrische Publikation erworben und auf Wunsch vom Autor signiert werden.

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