Nachfrage immer noch höher als das Angebot

Die Nachfrage nach Wohneigentum hat im Kanton Appenzell Ausserrhoden im Vergleich zu den Vorjahren spürbar abgenommen. Dennoch besteht weiterhin ein Nachfrageüberhang im Kanton.

  • René Walser, Leiter Privat-  und Geschäftskunden St.Galler Kantonalbank AG. (Bild: zVg)

    René Walser, Leiter Privat- und Geschäftskunden St.Galler Kantonalbank AG. (Bild: zVg)

Dies hängt laut jüngstem Immobilienmarktbericht der St.Galler Kantonalbank (SGKB) nicht nur mit der anhaltenden Verlagerung der Nachfrage ins Mietsegment zusammen, sondern auch mit dem geringen Bevölkerungswachstum in dieser Region. Auf jede inserierte Wohnung treffen aktuell im Schnitt immer noch über zwei Interessenten und Interessentinnen, im Segment der Einfamilienhäuser ist das Verhältnis knapp drei Suchende pro inseriertem Objekt, teilte die SGKB mit.

Angebot und Baumarkt

Das Angebot für Wohneigentum in Ausserrhoden hat im vergangenen Jahr nur wenig zugenommen. Auch die Neubautätigkeit bleibt hier vorerst verhalten, denn sowohl im Segment der Einfamilienhäuser als auch im Segment der Eigentumswohnungen geht die Zahl der neubaubewilligten Objekte zurück. Besonders auffällig ist der Rückgang der Bautätigkeit beim Stockwerkeigentum. Im Vergleich zum Mittel der letzten fünf Jahre hat sich die Zahl der Baubewilligungen in den vergangenen zwölf Monaten mehr als halbiert, so die Mitteilung weiter. Zumindest baubedingt dürfte sich das Angebot somit nicht ausweiten.

Preisentwicklung

Nachdem im Frühjahr 2023 im Vorjahresvergleich noch ein Minus von 3 Prozent zu beobachten war, haben sich die Preise für Einfamilienhäuser in Ausserrhoden nun wieder deutlich erholt: Im 3. Quartal 2023 sind die Preise im Vergleich zum 3. Quartal 2022 um 8,8 Prozent in die Höhe geklettert. Bei den Preisen für Stockwerkeigentum hingegen blieb derweil eine Erholung vorerst aus – wie bereits im Frühjahr entwickelten sie sich auch im Herbst 2023 rückläufig (-2.9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr).

Ausblick

Der Druck auf die hiesigen Eigenheimmärkte dürfte im laufenden Jahr anhalten. Den jüngst beobachteten Preisanstiegen bei den Einfamilienhäusern in Ausserrhoden liegen keine strukturellen Impulse zugrunde, sodass es sich höchstwahrscheinlich um einen Aufholeffekt handelt, schrieb die SGKB weiter. Beim Stockwerkeigentum wirkt sich die geringe Bautätigkeit stabilisierend auf das am Markt verfügbare Angebot aus. In beiden Segmenten kann daher von einer Seitwärtsbewegung der Preise ausgegangen werden.

Der Marktbericht wurde von der Wüest Partner AG für die St.Galler Kantonalbank erarbeitet.

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