Mysteriöser Millionenraub: Täter gefasst

Trotz des Wintereinbruchs platzte die Turnhalle in Brülisau vergangenes Wochenende aus allen Nähten. Bereits im Vorfeld gab der «Tatort Brülisau» in den Sozialen Medien viel zu reden. Das Corps bot einerseits hochklassig Brassband-Musik und zum anderen Spannung pur.

  • Detektiv Joe auf der Suche nach den Tätern. (Bilder: Rahel Manser)

    Detektiv Joe auf der Suche nach den Tätern. (Bilder: Rahel Manser)

  • Anhaltender Applaus für die MG Brülisau.

    Anhaltender Applaus für die MG Brülisau.

  • Auch die Stegreif-Gruppe sorgte für heimelige Klänge.

    Auch die Stegreif-Gruppe sorgte für heimelige Klänge.

  • Weil Fluchtgefahr bestand, hatte der Dirigent das letzte Stück aus dem «Knast» zu dirigieren.

    Weil Fluchtgefahr bestand, hatte der Dirigent das letzte Stück aus dem «Knast» zu dirigieren.

  • Die Zugabe lud zum Mitklatschen und Mitsingen ein.

    Die Zugabe lud zum Mitklatschen und Mitsingen ein.

Das Motto hätte auch «Anderes als sonst» lauten können, denn Vieles war neu an der diesjährigen Unterhaltung. Eine neue Präsidentin, ein neuer Dirigent, kein Theaterstück, aber das altbewährte junge Team auf der Bühne. Die ausgewählten Stücke passten sich perfekt an die Story an. Die Gäste wurden dazu angehalten von Anfang an Augen und Ohren offen zu halten, um am Ende mit Detektiv Joe (Jonny Dörig) den oder die wahren Täter zu finden.

Notenklau in Millionenhöhe

Wenn Noten im Wert von 2,5 Millionen Franken abhandenkommen, ist die Aufregung gross. Dem niederländischen, selbsternannten Stardirigenten, der mit seinem Gastauftritt in Brülisau punkten will, kommen Noten ausgerechnet bei seiner Sightseeing-Tour in Brülisau abhanden. Begegnungen während seines Besuches auf dem Hohen Kasten oder im Dorf Brülisau sind sehr suspekt und werfen doch einige Fragen auf. Mit Hilfe des ortsansässigen Detektiven Joe soll der Täter ermittelt werden.

Tätersuche äusserst schwierig

Auf zwei Leinwänden konnten die Zuschauerinnen und Zuschauer anhand von Bildern die Begegnungen mit den fünf Tatverdächtigen mitverfolgen. Versteckte Hinweise in Bild und Wort mussten gefunden werden, bis man die Lösung schliesslich auf einem Zettel ankreuzen konnte. Die MG Brülisau betrieb im Vorfeld viel Aufwand, um das Ganze in das richtige Licht zu rücken. Und wer zur Ergreifung der Diebe beitragen konnte und das Glück auf seiner Seite hatte, durfte einen von drei äusserst grosszügigen Preisen entgegennehmen.

Dirigent als Drahtzieher

Seit Frühling dieses Jahres steht das Corps unter den Fittichen von Urs Wieland. Ein Multitalent in Person. Er verstand es nicht nur, mit der Musikkommission die perfekt passenden Stücke zu jeder Szene zu finden. Er schrieb auch das ganze Drehbuch. Der 48-jährige, in Stein wohnhafte Vater von drei Kindern ist aber nicht nur Brassbandfan, sondern spielt in seiner Freizeit auch in einer Rockband. Der «Neue» entpuppt sich für die MGB als wahrer Glücksgriff, zumal er sich voller Tatendrang zeigt und die Ideen nur so sprudeln.

Nur «gehörfällige Stücke»

Die verdächtige Bäuerin bezirzt mit ihrem Augenaufschlag, welchem kein Mann widerstehen kann. Passend dazu das Stück «Can’t take my eyes off you». Oder aber die Wanderer. Sie zeigen dem Dirigenten in der Bahn die atemberaubende Umgebung, sind aber nicht ohne, könnten aber auch zur Aufklärung wie das «A-Team» beitragen. Die Influencerin auf dem Hohen Kasten umwirbt den Dirigenten mit ihren englischen Ausdrücken, bis durch einen Windstoss die Tasche samt Noten in die Luft gewirbelt werden. Die Umgebung verdunkelt sich, als ob der Himmel fallen würde, wie bei «Skyfall». Ganz mysteriös zeigte sich die Szene mit dem Kellner auf dem Hohen Kasten. Im Fokus stand aber beim Dirigenten das Kulinarische. Er ass – wie kann es anders sein – nicht Ratatouille sondern Chäshörnli mit Südwoscht. Als er dann vor dem MZG in Brülisau stand,, versperrte ihm die resolute Abwartin den Weg ins Probelokal. Wie aus einer Szene in «Mission impossible» suchte er sich einen eher unkonventionellen Weg ins Probelokal.

Mit Mühe und Not Täter ermittelt

Dank der tatkräftigen Unterstützung von Detektiv Joe konnten die Diebe schliesslich ermittelt werden. Und zum Erstaunen der Gäste waren es tatsächlich zwei von der kriminellen Sorte. Während die Stegräfgruppe heimelige Klänge in die Halle zauberte, wurden im Hintergrund die richtigen Lösungen ermittelt. Der Nachwuchs der MGB – Sereina, Sven und Nuka – hatte dann die ehrenvolle Aufgabe, die Gewinnerinnen und Gewinner zu ermitteln.

Das Programm war vielfältig, die Spannung bis zum Schluss gegeben. Die volle Halle und der anhaltende Applaus war Lohn und Dank zugleich und zeigte den Musikantinnen und Musikanten, dass sich der Aufwand während den letzten Monaten gelohnt hatte.

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