Mit Mut und Verve ein ikonisches Werk erarbeitet

10 Jahre Orchesterwerkstatt Appenzell: Talentförderung und Spielfreude haben grandiose Musikerlebnisse ergeben.

  • Anja Dobler meisterte ihre Solopartie mit Bravour. (Bilder: Monica Dörig)

    Anja Dobler meisterte ihre Solopartie mit Bravour. (Bilder: Monica Dörig)

  • Die Orchesterwerkstatt Appenzell ermöglicht jungen Musizierenden Mitwirkung und Soloauftritte.

    Die Orchesterwerkstatt Appenzell ermöglicht jungen Musizierenden Mitwirkung und Soloauftritte.

  • Leonie Rempfler hat ein anspruchsvolles Violinkonzert beeindruckend gespielt.

    Leonie Rempfler hat ein anspruchsvolles Violinkonzert beeindruckend gespielt.

  • Buben und Mädchen erhielten, angeleitet vom Dirigenten Roman Walker, Zugang zu musikalischen Geschichten.

    Buben und Mädchen erhielten, angeleitet vom Dirigenten Roman Walker, Zugang zu musikalischen Geschichten.

Seit zehn Jahren zeigt die Orchesterwerkstatt Appenzell jeweils zum Jahresanfang, was die alters- und niveaugemischte Formation erarbeitet hat. Sie bietet jungen Musizierenden aus der Region Auftrittsmöglichkeiten: als Mitglieder eines grossen Orchesters oder als Solistinnen. Am Samstag standen Anja Dobler, Leonie Rempfler, Anna Alder und Fabian Dobler im Rampenlicht der Aula Gringel. Im sorgfältig austarierten Spiel der Orchesterwerkstatt Appenzell wurden die wunderbaren musikalischen Ideen der Komponisten und alle Instrumente in ihren Rollen hörbar. In nur drei Proben erreichte das Orchester präzises Agieren in jedem Moment und berückende Klangfülle in den Tutti-Passagen. Mit gutem Gespür für Klangfarben und Stimmungen spielte es das Cellokonzert in C-Dur von Johann Christian Bach (1735 – 1782), die Romance in C-Dur von Camille Saint-Saëns (1835 – 1921) und Filmmusik von Luis Bacalov (1933 – 2017) im ersten Konzertteil und danach als Höhepunkt die «Unvollendete» von Franz Schubert. Grossartig! Das grosse Publikum bedankte sich mit lang anhaltendem Beifall.

Anja Dobler spielte souverän, virtuos und ohne Noten ihre Solopartie in Bachs Cellokonzert. Der Auftritt der jungen Violinistin Leonie Rempfler beeindruckte ebenso. Sie hatte das technisch herausfordernde und interpretatorisch anspruchsvolle Solo der Romance von Saint-Saëns erarbeitet. Der Bass spielte in der Titelmelodie zum Film «Il Postino» Herzklopfen und Anna Alder auf dem Akkordeon eine zauberhafte Melodie, in die man sich grad hätte verlieben können. Dazu flatterten die Hackbrettklänge von Fabian Dobler wie Schmetterlinge im Bauch. Die jungen Solistinnen und der Solist erhielten wohlverdient grossen Applaus für ihre grandiosen Leistungen.

Vor dem Jubiläumskonzert wurden am frühen Samstagabend Kindern und ihren Familien Pforten geöffnet zu den Fantasieräumen, die Musik erschafft, mit Ausschnitten aus dem vielfarbigen Konzertprogramm. Durch die musikalischen Geschichten führte sie Roman Walker. Dem Mitbegründer der Orchesterwerkstatt und Dirigenten gelingt es seit zehn Jahren mit motivierender Energie, die ambitionierten Laien und Profis im Orchester und den «Nachwuchs» im Rampenlicht zu Höchstleistungen anzuspornen.

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