Meist volle Auftragsbücher – aber nicht nur

Auch wenn die Auslastung im laufenden Jahr leicht rückläufig war, blickt das Ausserrhoder Gewerbe mehrheitlich auf ein intensives Arbeitsjahr zurück. Die Aussichten für das kommende Jahr sind wie schon im Vorjahr verhalten optimistisch. Preisdruck, Fachkräftemangel, fehlende Lernende oder die zunehmende Bürokratie bereiten dem Gewerbe in naher Zukunft Sorgen.

  • Wie das Gastgewerbe hat auch die Baubranche Probleme, Fachkräfte rekrutieren zu können. (Symbolbild: zVg)

    Wie das Gastgewerbe hat auch die Baubranche Probleme, Fachkräfte rekrutieren zu können. (Symbolbild: zVg)

Die Arbeitsauslastung beim Ausserrhoder Gewerbe im Jahr 2023 ist hoch, aber nicht mehr so hoch wie noch im Jahr zuvor, teilte der Verband mit. Laut Beurteilung der Gewerbebetriebe lag bei rund 55 Prozent der Firmen die Arbeitsauslastung bei «hoch bis sehr hoch» Im Vorjahr lag dieser Wert bei knapp 60 Prozent. Unverändert bleibt hingegen der Anteil jener Firmen, welche die Arbeitsauslastung als «gering» bezeichnen, nämlich bei rund drei Prozent.

Gebremste Euphorie für die Zukunft

Gebremste Euphorie herrscht beim Ausserrhoder Gewerbe beim Blick in die Zukunft, hiess es in der Mitteilung weiter. Viele Firmen prophezeiten schon im Hinblick auf das Jahr 2023 einen Rückgang der Auslastung. Nun tun sie es mit Blick auf das Jahr 2024 wieder. Lediglich noch knapp die Hälfte aller Betriebe erwartet eine hohe bis sehr hohe Auslastung im kommenden Jahr. Die restlichen gehen von einer mittleren Auslastung aus und auch der in diesem Jahr sehr tiefe Wert bei der geringen Auslastung dürfte 2024 höher ausfallen. Insbesondere das Bauhauptgewerbe geht von einem Auftragsrückgang aus. Dieser Branche vorgelagert rechnet auch die Planung/Ingenieuringbranche mit einem Rückgang der Aufträge.

Fachkräftemangel beschäftigt weiterhin

Ein bekanntes Thema hält sich nach wie vor als einer der wichtigsten Gründe für den verhaltenen Optimismus bei der Auftragslage im kommenden Jahr – der Fachkräftemangel. Gemäss Angaben der Firmen im vergangenen Jahr bleibt dieser unverändert hoch. 90 Prozent aller an der Umfrage teilnehmenden Firmen geben an, dass sich die Suche nach Fachkräften als «sehr schwierig» oder «aufwändig» gestalte. Der Anteil jener Firmen, welche die Suche nach Fachkräften als «einfach» bezeichnen, hat sich im Vergleich zum Vorjahr erhöht.
Die akuten Probleme bei der Fachkräfterekrutierung zeigen sich laut Mitteilung über alle Branchen. Am stärksten jedoch immer noch in der Branche des Gastgewerbes sowie in der Baubranche. Ebenso beschäftigt die Suche nach Lernenden die Gewerbebetriebe nach wie vor. So gibt lediglich einer von zehn Ausbildungsbetrieben an, einfach zu Lernenden zu kommen. Um dieser Tatsache zu entgegnen, organisiert der Gewerbeverband zusammen mit örtlichen Gewerbevereinen seit ein paar Jahren jährlich die Kantonale Lehrstellentischmesse, welche die Oberstufen aus dem Appenzellerland und die Ausbildungsbetriebe zusammenbringt.

Daten von rund 200 Betrieben

Der Konjunkturbericht 2023 und Ausblick 2024 wurde durch den Gewerbeverband AR erstellt. Er basiert auf Auskünften und Informationen seiner Mitglieder und vermittelt ein Bild der aktuellen wirtschaftlichen Lage innerhalb des Gewerbes in Appenzell Ausserrhoden. Die Daten wurden innerhalb zweier Wochen im Oktober 2023 erhoben. Teilgenommen haben rund 200 Mitgliederfirmen, welche ihre persönlichen Sichtweisen darstellen. Ebenso haben die Branchenverbände, welche für ihre Branche im Allgemeinen geantwortet haben, an der Umfrage teilgenommen.

Weitere Artikel

  • (Symbolbild: hr)

Schreibe einen Kommentar