Mehr Strom verkauft und aufwendiger Netzunterhalt

An der Generalversammlung der Elektrizitätswerk Urnäsch AG Anfang Juni zeigten sich die Aktionäre zufrieden mit dem Geschäftsgang im letzten Jahr. Sowohl der Geschäftsbericht 2021 als auch die Jahresrechnung wurden genehmigt. Zustimmung fand auch die vom Verwaltungsrat beantragte Ausschüttung einer Dividende von 25 Franken pro Aktie.

  • Die Verlegung der Freileitungen, hier im Gebiet Zürchersmühle, verursacht hohe Kosten. (Bild: zVg)

    Die Verlegung der Freileitungen, hier im Gebiet Zürchersmühle, verursacht hohe Kosten. (Bild: zVg)

Das Elektrizitätswerk Urnäsch hat im vergangenen Geschäftsjahr 12,03 Millionen Kilowattstunden Strom verkauft; das sind 4,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Zugenommen hat der Anteil von elektrischer Energie aus erneuerbaren Quellen, welcher insgesamt 47,5 Prozent (Vorjahr 43,4) ausmachte, wie das Elektrizitätswerk in einer Mitteilung schreibt. In der Jahresrechnung 2021 resultierte bei einem Gesamtertrag von 2,558 Millionen Franken (2,4 Millionen Franken) ein Reingewinn von 15 190 Franken (31 160 Franken). Verwaltungsratspräsident Hansueli Müller wies in seinen Ergänzungen zum Jahresbericht daraufhin, dass die fünf einheimischen Kleinwasserkraftwerken Rossfall, Zürchersmühle, Saien, Kronbachmühle und Widen 5,05 Millionen kWh Strom lieferten. Durch den Ausbau von lokalen Photovoltaik-Anlagen stieg der Anteil der Solarenergie auf 7,33 Prozent oder 922 000 kWh. 6,6 Millionen kWh (52,5 Prozent) des verkauften Stroms bezog das EW Urnäsch von der Energieplattform AG.

Grosser Aufwand für Netzunterhalt

Im Geschäftsjahr 2021 hat das EW Urnäsch 820 000 Franken in den Netzunterhalt investiert, das sind 250 000 Franken mehr als im Vorjahr, wie es weiter heisst. Der EWU-Präsident erwähnte die in Angriff genommene Verkabelung der Freileitungen in den Gebieten Wis-Zübel-Saien-Zürchersmühle, Egg-Schafhölzli und im Strüssler. Abgeschlossen wurden im Berichtsjahr unter anderem die Teilverkabelung im Chronbach, die Erschliessung im oberen Moos mit Niederspannung und der Gesamtumbau der Trafostation Wis. «Alle diese Projekte haben zum Ziel, die Netzsicherheit für die Strombezüger zu erhöhen. Auch im laufenden Jahr würden einige grössere Projekte realisiert», sagte Hansueli Müller. Als flächengrösste Ausserrhoder Gemeinde habe Urnäsch auch ein weitverzweigtes Netz, welche entsprechend aufwendig in der Netzerneuerung sei. Diese Investitionen in den Unterhalt seien aber entscheidend für eine optimale Versorgung mit elektrischer Energie, betont der EW-Präsident an der Generalversammlung und reagierte damit auf einzelne kritische Voten zum aufwendigen Netzunterhalt.

«Urnäscher Energie für Urnäsch»

Nach der oppositionslosen Erledigung der statutarischen Geschäfte war die «wenig attraktive Energiepolitik» des EW Urnäsch noch kurz ein Thema. Das örtliche EW habe das Monopol für den Stromverkauf in der Gemeinde und bemühe sich zu wenig um ein attraktives Angebot, insbesondere um eine höhere Entschädigung für den ins EW-Netz eingespiesenen Solarstrom. Zudem wurde angeregt, dass das EW Urnäsch unter dem Motto «Urnäscher Energie für Urnäscherinnen und Urnäscher» mehr für die Produktion erneuerbarer Energie tun könnte. EW-Verwaltungsratspräsident Hansueli Müller nahm die Anregungen auf und sicherte zu, dass sich die Verwaltung zusammen mit dem neuen Betriebsleiter Martin Studerus der Sache annehmen werde.

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