Masterplan empfiehlt Wärmeverbünde

Wärmeverbünde sind eine effiziente Art, vorhandene Energie sinnvoll zu nutzen und so einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Die Gemeinde Herisau möchte deshalb, wie sie mitteilt, den Anstoss für die Realisierung von Wärmeverbünden geben. Wie dies geschehen soll, zeigt der Masterplan Energie Herisau, der dem Energiekonzept 2017–2025 der Gemeinde entspringt.

  • Die Gemeinde Herisau setzt auf Wärmeverbünde. (Archivbild: Hans Ulrich Gantenbein)

    Die Gemeinde Herisau setzt auf Wärmeverbünde. (Archivbild: Hans Ulrich Gantenbein)

Der Gemeinderat hat den von der Energiekommission mit externer Hilfe erarbeiteten Masterplan Energie Herisau zur Kenntnis genommen. Der Masterplan Energie zeigt im Bereich Wärme auf, wie fossile Energieträger wie Erdöl und Erdgas durch erneuerbare Energien ersetzt werden können. Da zum Beispiel der Einbau neuer Wärmepumpen individuell erfolgen kann, legt der Masterplan den Schwerpunkt auf Wärmeverbünde. Diese werden sinnvollerweise von der Gemeinde – oder einem Energieversorger – angestossen.

Empfohlen im Masterplan werden die Entwicklung eines Wärmeverbunds ab der Abwasserreinigungsanlage (ARA) Herisau in Kombination mit der Abwärme aus den Industriebetrieben sowie die Entwicklung eines Holzwärmeverbunds auf Basis von lokal vorhandenem Holz (Waldhackschnitzel und Altholz sowie eventuell Holzverstromung).

In Herisau wäre vor allem das Zentrum für einen Wärmeverbund geeignet, weil es dicht bebaut ist und Wärmepumpen wegen Lärmemissionen und knappen Platzangebots weniger in Frage kommen. Gleichzeitig wären seitens Industrie, Gewerbe und der ARA grosse Wärmemengen verfügbar. Als Folge der gestiegenen Energiepreise wäre inzwischen auch die Wirtschaftlichkeit eines Wärmeverbundes gegeben. Als nächsten Schritt wird der Gemeinderat die Ausschreibungsunterlagen erarbeiten lassen. Neben den finanziellen stellen sich dabei auch rechtliche Fragen. Um die im Masterplan aufgezeigten Vorgaben einzubringen und gleichzeitig die finanziellen Risiken zu minimieren, strebt der Gemeinderat die öffentliche Ausschreibung einer Contracting-Lösung an.

Ziel ist es, bis Anfang 2025 einen Energieversorger zu finden, der unter den gegebenen Bedingungen einen Wärmeverbund realisiert und betreibt. Für den Ausschreibungsprozess hat das Bundesamt für Energie Förderbeiträge von 25 000 Franken in Aussicht gestellt, während die Gemeinde voraussichtlich 15 000 Franken beisteuert.

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