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Mädchen mit Schürzen, Knaben in langen Hosen

Im Museum Appenzell wurde eine kulturgeschichtlich faszinierende Ausstellung eröffnet. Sie ist der Geschichte der Schürzen gewidmet und dauert bis 20.Mai.

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Schürzen – oder Schoosse, wie die Innerrhoder sagen – sind ein Alltagskleid. Also ziemlich harmlos? Von wegen: Schürzen spielten lange Zeit eine wichtige Rolle in der Festlegung der Geschlechterrollen. Zur Frau gehörte die Schürze fast in jeder Lebenslage, beim Mann war sie eher Statussymbol, ein Berufskleid. Bis 20. Mai ist im Museum Appenzell eine faszinierende Ausstellung über dieses einfache und doch vielschichtige Kleidungsstück zu sehen. Wie geschlechtsspezifisch der Umgang mit Schürzen ist, zeigt sich bereits bei den Kinderschürzen, die im Appenzellerland etwa bis in die 1960er-Jahre getragen wurden. In den ersten Lebensjahren trugen Mädchen wie Knaben vorwiegend weisse Schlupfschürzen, die praktisch waren beim Wechseln der Windeln. Ab dem dritten Lebensjahr erhielten die Buben dann spezifische Knabenschürzen, mit sechs Jahren bekamen sie lange Hosen, die Schürze wurde abgelegt. Schossen waren Mädchensache. Und blieben es für sie dann auch ein Leben lang. «Frauenschosse» stehen für Fleiss, Sauberkeit und Anmut. Da gab es zum Beispiel die Arbeitsschürze, von denen sind relativ wenige erhalten, denn sie wurden ausgetragen weggeworfen. Die weisse Schürze war dann aber etwas ganz anderes. Sie steht für Sauberkeit, für Eleganz, für Sonn- und Feiertage. Sie wurde zum Symbol bürgerlicher Häuslichkeit, zum Zeichen der perfekten Hausfrau, je nach Wohlstand mit Schleifen, Spitzen und Rüschen verziert. Was bei den Schmideschürzenchmieden begann, wurde für die Männer zu einem Statussymbol: die Schürze, der Kittel, der Überzug als typisches, ehrenvolles Berufskleid.  Dabei handelte es sich um Schosse, deren Hauptmerkmal nicht der taillierte Schnitt war wie bei den Frauen, diese Schosse wurden berufsspezifisch hergestellt: aus Leder bei Handwerken, die mit Feuer zu tun haben, in neuerer Zeit aus Plastik für «feuchte Wasserberufe», wer Harasse herumzuschleppen hat, bekommt eine Schürze, die auf der Seite verstärkt ist, der gehobene Industrieangestellte trägt einen blauen Kittel  usw. Das Übergewand, der Overall oder die Latzhose kamen in der 1940er- Jahren auf und bestimmen bis heute die Berufsbekleidung der Männer.

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