Löhne steigen in der Ostschweiz branchenübergreifend

Der sich akzentuierende Arbeits- und Fachkräftemangel und eine überdurchschnittlich hohe Inflation beeinflussen in diesem Jahr die Lohnverhandlungen zwischen Arbeitnehmenden und Arbeitgebenden. Über alle Branchen hinweg erwarten die Unternehmen in der Kernregion Ostschweiz für das Jahr 2023 einen Nominallohnanstieg von 2.3 Prozent.

  • Über alle Branchen hinweg erwarten die Unternehmen in der Kernregion Ostschweiz für das Jahr 2023 einen Nominallohnanstieg von 2.3 Prozent. (Symbolbild: Bigstock)

    Über alle Branchen hinweg erwarten die Unternehmen in der Kernregion Ostschweiz für das Jahr 2023 einen Nominallohnanstieg von 2.3 Prozent. (Symbolbild: Bigstock)

Das zeigt die im Herbst gemeinsam mit den regionalen Arbeitgeberverbänden durchgeführte Lohnumfrage der IHK St.Gallen-Appenzell und IHK Thurgau.

Arbeitsmarkt ausgetrocknet

Die Arbeitslosigkeit liegt in der Kernregion Ostschweiz aktuell bei 1.5 Prozent und ist so tief wie seit November 2001 nicht mehr. Der Arbeitsmarkt ist ausgetrocknet und die Unternehmen kämpfen in allen Branchen mit einem stark ausgeprägten Arbeits- und Fachkräftemangel. Fast vier von fünf Unternehmen erachten die Suche nach geeignetem Personal als schwierig bis sehr schwierig.
Im Kampf gegen diesen stark ausgeprägten Arbeits- und Fachkräftemangel reagieren die Ostschweizer Unternehmen branchenübergreifend am häufigsten mit flexibleren Arbeitsmodellen in Form von orts- und zeitunabhängiger Arbeitsgestaltung sowie mit einer familienfreundlicheren Personalpolitik. Kein Thema ist in allen Branchen die Verlagerung der Geschäftstätigkeit ins Ausland. Die Wertschöpfung bleibt in der Region.

Bis 4.1 Prozent im Gastgewerbe

Der stark ausgeprägte Arbeits- und Fachkräftemangel sowie eine überdurchschnittlich hohe Inflation werden in den diesjährigen Lohnverhandlungen spürbare Treiber für Lohnerhöhungen sein. Für das kommende Jahr erwarten die Unternehmen in der Kernregion Ostschweiz über alle Branchen hinweg durchschnittlich einen Nominallohnanstieg von 2.3 Prozent. Dieser Erwartung unterliegt die Annahme einer Jahresinflationsrate von 2.9 Prozent. Den grössten Anstieg in der Höhe von 4.1 Prozent erwarten die befragten Unternehmen in der Ostschweiz im Bereich des Gastgewerbes. Diese Grössenordnung ist vor allem Ausdruck des starken Arbeits- und Fachkräftemangels und liegt auch in den Erwartungen für die Gesamtschweiz. Die tiefsten erwarteten Lohnerhöhungen liegen mit 1.3 Prozent im Bereich des Gesundheits- und Sozialwesens sowie mit 1.4 Prozent in der Finanz- und Versicherungs-Dienstleistungsbranche. Im verarbeitenden Gewerbe rechnen die Unternehmen mit einem Lohnanstieg von 2.5 Prozent.

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