Kurztunnel oder Vorstadt mit Tram?

Ob Ja oder Nein: Die Doppelspur wird weiter geplant. Der Regierungsrat will die Doppelspur, das Tiefbauamt, der Gemeinderat, die Appenzeller Bahnen (AB) wollen die Doppelspur.

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Was das Teufner Stimmvolk will, wird es am 21. Mai entscheiden – resultiert ein Ja zur Kurztunnel-Initiative, folgen noch zwei Abstimmungen. Dass weder Kanton, noch Gemeinde, noch Bahn diesen Prozess beschleunigen möchten, wurde am Orientierungsabend der Gemeinde zur Kurztunnel-Initiative am Mittwoch klar.

Ein geplantes Podiumsgespräch mit Befürwortern und Gegnern wurde kurzfristig abgesagt, da sich AB-Verwaltungsratspräsident Fredy Brunner und Regierungsrätin Marianne Koller auch noch als Votanten angemeldet hatten.

Die Bauarbeiten im Dorf würden beim Kurztunnel, und bei der Doppelspur massive Veränderungen im Dorf bringen, sagte Gemeindepräsident Reto Alther. Der Gemeinderat entschied mit 9 zu 0 Stimmen zugunsten der Doppelspur. Der Bahnhofkreisel werde „in jedem Fall“ erstellt.

Der Kurztunnel verursache Mehrkosten, die Teufen tragen müsste. Das wäre finanziell zwar tragbar, brächte „aber erhebliche Nachteile.“ Für den Gemeinderat sei der Kurztunnel „die falsche Lösung“. Die Doppelspur bringe „mehr Sicherheit und ein besseres Kosten-Nutzen-Verhältnis.“

Für Werner Hugelshofer, Sprecher des Initiativkomitees, ist der Kurztunnel die Lösung. Die Trennung von Schiene und Strasse bringe mehr Sicherheit für Fussgänger und Langsamverkehr; die Unfallgefahr für Velofahrer werde reduziert; eine Tempo-30-Zone im Dorf wäre möglich und die Bahn habe im Tunnel freie Fahrt. Das Dorfbild bleibe erhalten und das Dorf werde insgesamt attraktiver. Der geplante Kreisel wäre bei der Tunnellösung in der vorgesehenen Grösse unnötig.

Es stellten sich drei Fragen: „Welche Lösung wird dem Dorf Teufen und seinen Bewohnern gerecht? Wer vertritt die Anliegen eines noch intakten Dorfkerns? Wieviel sind wir bereit, dafür zu bezahlen?“

Die Modernisierung der AB sei „ein Quantensprung“, sagte Baudirektorin Marianne Koller. Es gebe handfeste Verpflichtungen zur Stärkung des Verkehrs von St. Gallen nach Appenzell. Die Projektierung der Doppelspur gehe weiter. Der Kanton sei ein „verlässlicher Partner“ für die Bahn; er setze seine Beschlüsse um und werde keinen Beitrag an den Kurztunnel leisten, so Koller.

Susann Meier vom Initiativkomitee sagte, man müsse sich fragen: „In welchem Umfeld möchte ich leben – in einem Strassendorf?“ Nach Schluss der Veranstaltung sagte ein Teilnehmer: „Es wäre doch schön, endlich Klarheit zu haben, ein Projekt, und nicht noch länger im Nebel stochern zu müssen.“

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