Kulturerbe-Strategie in Auftrag gegeben

Im Rahmen des Regierungsprogramms klärt Appenzell Ausserrhoden, was Kulturgut von kantonaler Bedeutung ist, welchen Stellenwert es hat und wie damit umgegangen wird. Der Regierungsrat hat nun das Departement Bildung und Kultur mit der Erarbeitung einer Kulturerbe-Strategie beauftragt.

  • Der Ausserrhoder Regierungsrat möchte eine gemeinsam getragene Kulturerbe-Strategie erarbeiten lassen. Im Bild das Regierungsgebäude in Herisau. (Bild: Hans Ulrich Gantenbein)

    Der Ausserrhoder Regierungsrat möchte eine gemeinsam getragene Kulturerbe-Strategie erarbeiten lassen. Im Bild das Regierungsgebäude in Herisau. (Bild: Hans Ulrich Gantenbein)

Mit dem Museumsprojekt «Kristall» wurde unter anderem eine museale Institution mit kantonaler Trägerschaft geprüft. Dabei habe sich gezeigt, dass die kantonalen Aufgaben im Bereich der Sicherung des kulturellen Erbes, des Kulturgüterschutzes und der Vermittlung weitreichender seien, heisst es in einer Medienmitteilung der Ausserrhoder Kantonskanzlei. Infolgedessen wurde das Projekt «Kristall» im Sommer 2023 beendet und es wird nicht mehr weiterverfolgt. «Zunächst müssen die entsprechenden Grundlagen einer umfassenden Kulturerbe-Strategie erarbeitet werden», wird im Communiqué geschrieben.

Mit der Verankerung im Regierungsprogramm 2024 – 2027 stellt der Regierungsrat das Thema «Kulturerbe» in den Fokus. Es ist seine Absicht, in einem ersten Schritt die Grundlagen für ein «koordiniertes Vorgehen» zu legen. Er hat nun die Erarbeitung einer Kulturerbe-Strategie in Auftrag gegeben. In den vergangenen Monaten erstellte das zuständige Amt für Kultur eine Situationsanalyse. Unter anderem wurden die Eigenheiten sowie die wichtigsten Träger und Akteure herausgearbeitet. Denn die Pflege des kulturellen Erbes erfolgt gemeinsam durch die kantonalen Kulturerbe-Institutionen (Denkmalpflege, Kantonsbibliothek und Staatsarchiv) und viele verschiedene private Trägerschaften, die bei der Bewahrung und Vermittlung eine zentrale Rolle einnehmen.

Eine Koordination durch die öffentliche Hand im Kulturerbe-Bereich ist bislang nur beschränkt vorhanden – beispielsweise im Rahmen der kantonalen Museumskoordination. «Es gibt aber Themen wie die Aufbewahrung des beweglichen Kulturguts, für die es angezeigt ist, in Zukunft koordiniert vorzugehen. Es fehlt in Appenzell Ausserrhoden zudem eine verbindliche Vorgabe, die festlegt, wem die Definition von Kulturerbe obliegt, wie es verzeichnet wird und was mit dieser Kategorisierung verbunden ist», so die Verlautbarung. Weil viele Akteurinnen und Akteure beteiligt seien, sei eine breitere Diskussion der Thematik notwendig.

Das kulturelle Erbe von Appenzell Ausserrhoden ist reichhaltig: Einerseits wurden verschiedene Kulturgüter aus der Gesellschaft heraus geschaffen oder überliefert, andererseits prägen sie die Bevölkerung. Die Zugänglichkeit und Teilhabe am Kulturerbe wirkten sich positiv auf den gesellschaftlichen Zusammenhalt aus und stifteten eine gemeinsame Identität, wird in der Pressemitteilung betont. «Infolge dieser hohen Bedeutung sollen in den Erarbeitungsprozess der Kulturerbe-Strategie – neben den musealen Institutionen – weitere betroffene Akteurinnen und Akteure mit einem Mitwirkungsprozess einbezogen werden.» Ziel des Regierungsrates sei, durch die Partizipation sämtlicher Anspruchsgruppen eine gemeinsam getragene Strategie zu erarbeiten.

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