Klassischer Wiener Charme in der «Ziegelhütte»

Die Wiener Neujahrsgala in der Kunsthalle Appenzell war ein besonderes Konzerterlebnis voller Entdeckungen: Das Johann-Strauss-Ensemble überzeugte mit virtuosem Orchesterklang und souveränem Formgefühl. Die Freunde von klassischer Musik kamen voll auf ihre Kosten.

  • Das Johann-Strauss-Ensemble spielte an der Neujahrsgala in der «Ziegelhütte». (Bilder: Claudia Manser)

    Das Johann-Strauss-Ensemble spielte an der Neujahrsgala in der «Ziegelhütte». (Bilder: Claudia Manser)

  • Martin Lucas Staub ist seit August 2009 musikalischer Leiter der Kunsthalle Appenzell.

    Martin Lucas Staub ist seit August 2009 musikalischer Leiter der Kunsthalle Appenzell.

Mit klassischer Musik das neue Jahr begrüssen: Die Wiener Neujahrskonzerte sind für viele Menschen zu einer lieb gewonnenen Tradition geworden. So auch für das zahlreich erschienene Publikum in der Kunsthalle Appenzell. Das Johann-Strauss-Ensemble präsentierte am Freitagabend den Besucherinnen und Besuchern ein heiteres und zugleich besinnliches Programm aus dem reichen Repertoire der Strauss-Dynastie und deren Zeitgenossen. Das «Sinfonieorchester en miniature» spielte in einer neunköpfigen Besetzung. «Wir dürfen heute Abend brillante Musikerinnen und Musiker bei uns begrüssen», sagte Martin Lucas Staub, der musikalische Leiter der Kunsthalle Appenzell, in seiner Begrüssung.

Das Ensemble spielte seine Aufführungen professionell, feinfühlig und filigran. Die Einsätze waren perfektioniert, die Satzcharaktere gut herausgearbeitet und alles war aus einem dramatischen Impuls heraus entwickelt. Im Zentrum des Neujahrskonzerts standen bekannte Werke von Johann Strauss (Sohn): die «Annen-Polka», die Schnellpolka «Tik-Tak» oder «Es lebe der Ungar». Auch Ouvertüren gab es im abwechslungsreichen Programm, so zum Beispiel «Orpheus in der Unterwelt» von Jacques Offenbach. Natürlich durfte der weltberühmte «Radetzky-Marsch» von Johann Strauss (Vater) nicht fehlen. Das Publikum bedankte sich mit Standing Ovations und vielen Bravorufen für ein hochstehendes Konzert.

Für das musikalische Jahresprogramm in der Kunsthalle Appenzell ist Martin Lucas Staub verantwortlich. Er hat die Serie zum Thema «Musik um den Tanz» zusammengestellt. So trägt die zwölfteilige Konzertreihe den Titel «Vom Maître à danser bis zur Noche Flamenca». «Die Tanzmusik wird so in den verschiedenen Facetten beleuchtet», erklärte Martin Lucas Staub. Die Ringofen-Konzerte – sie heissen so, weil sich unter der Bühne der alte Ringofen aus dem 16. Jahrhundert befindet – finden jeweils am ersten Freitagabend im Monat statt.

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