Klassische Werke auf hohem Niveau

Die Musikgesellschaft Harmonie hat am Samstag in der Kirche in Oberegg und am Sonntag in der Kirche in Appenzell zum Winterkonzert eingeladen. Das Korps der Harmonie unter der Leitung von Benjamin Zwick stimmte mit klassischen Werken auf die Weihnachtszeit ein.

  • Die Musikgesellschaft Harmonie in der Pfarrkirche in Appenzell. (Bilder: Claudia Manser)

    Die Musikgesellschaft Harmonie in der Pfarrkirche in Appenzell. (Bilder: Claudia Manser)

  • Das Korps spielte klassische Werke.

    Das Korps spielte klassische Werke.

Das Konzert am Sonntagvesper in der Kirche in Appenzell startete mit einem musikalischen Feuerwerk: Die Musikgesellschaft Harmonie spielte zu Beginn «Magellan’s Voyage to Unknown Continent» von Masanori Taruya. Ein Hörgenuss. Präzise und ausdrucksstark wurde die Schifffahrt über den Ozean und wilde Gewässer interpretiert. Glänzend, wie sich die verschiedenen Register die Melodien zuspielten. Der Auftakt war mehr als gelungen. Beim zweiten Stück «The Last Dream of the Old Oak» von Maxime Aulio erklärte die Musik das Leben eines 365 Jahre alten Eichenbaumes. «Die Eiche träumte, dass sie fliegen könne, träumte von freudigen und glücklichen Momenten. Bis zu jenem Tag, als ein Sturm über das Gebiet fegte und sich seine Wurzeln lösten», so die Ansagerin Svenja Graf. Die verschiedenen Klangfarben und Stile wurden zu einem Gesamtbild verwoben.

Als Inspirationsquelle für das Werk «St. Stephen’s Chorale» hatte der österreichische Komponist Otto M. Schwarz den Wiener Stephansdom verwendet. Zu Beginn des Werks läuteten die Glocken – gespielt auf den Röhrenglocken. Aus diesem Klanggebilde entstand ganz sanft die Hauptmelodie, Ruhe oder Stille, die in verschiedenen Instrumentationen wiederkehrte. Nach einem kräftigen Abschnitt ebbte der Lobgesang wieder ab und klang in der Anfangsstimmung aus. Ein feierlicher Moment in der Pfarrkirche St. Mauritius.

Armenisches Lied

Alfred Reed ist einer der bedeutendsten Komponisten für die Entwicklung der Blasorchestermusik. Aus seiner Feder stammt «Praise Jerusalem», ein armenisches Osterlied aus dem 7. Jahrhundert. «Freuen wir uns auf das fulminante Finale», sagte Svenja Graf. Es war tatsächlich so: Jede Klangfarbe wurde ausgeschöpft und diese Farben liessen Holzbläser, Blechbläser und Schlagwerk in voller Pracht erstrahlen. Am Schluss wurde der feierliche Klang mit einem zusätzlichen Blechbläsersatz verschmolzen – eine beeindruckende Schlusspassage. Das rund 60 Personen zählende Korps durfte von den Zuhörerinnen und Zuhörern einen lang anhaltenden Applaus ernten. Der Präsident Benjamin Fässler entnahm diesem freudigen Klatschen, dass eine Zugabe gewünscht sei. Mit «Stille Nacht, heilige Nacht» führte die Harmonie die Gäste musikalisch in die bevorstehende Weihnachtszeit.

Brillierende Solisten

«Für die Harmonie ist das Winterkonzert jeweils ein würdiger Abschluss des Vereinsjahrs», so Benjamin Fässler. «Ein riesiger Dank geht an unseren Dirigenten Benjamin Zwick, der die letzten drei Monate mit uns intensiv geprobt und gearbeitet hat.» Die Musikantinnen und Musikanten haben den Ehrgeiz, dieses Konzert immer wieder einmalig zu gestalten. Zur Einzigartigkeit haben sicherlich die brillierenden Solisten beigetragen. Ebenso beeindruckend war, dass Benjamin Zwick sämtliche Werke ohne Noten dirigierte. Das Korps darf sich nach dem Winterkonzert nun etwas zurücklehnen – bis dann im Januar wieder die Proben für die Frühlingsunterhaltung beginnen.

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  • Symbolbild: bigstock

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