Kirchgemeinde nutzt ihr Vorkaufsrecht nicht

Anschliessend an die Schulgemeinde fand am Freitag die ordentliche Kirchgemeinde Eggerstanden statt. Der Kirchenrat orientierte über Bauabsichten an der Dorfstrasse 19, beim Spielplatz Möserwies, neben dem Pfarr- und Mesmerhaus sowie auf dem Friedhof. Die Rechnung 2021 schloss mit schwarzen Zahlen und trotz eines budgetierten Minus im 2022 muss der Steuerfuss nicht angehoben werden.

  • Auf dieser Baurechtsparzelle der Kirchgemeinde Eggerstanden soll ein Zweifamilienhaus entstehen.      (Bild: brm)

    Auf dieser Baurechtsparzelle der Kirchgemeinde Eggerstanden soll ein Zweifamilienhaus entstehen. (Bild: brm)

Nach der Begrüssung und dem Jahresbericht des Präsidenten Albert Dörig übernahm Kassier Martin Fuster das Wort. Er stellte die Rechnung 2021 vor, die mit einem Gewinn von über 61’000 Franken abgeschlossen werden konnte. Dies trotz merklich zurückgegangenen Steuereinnahmen. «Die Steuersenkung im 2020 von drei Prozent kommt jetzt erst so richtig zum tragen», erklärte er. Speziell erwähnte Fuster den positiven Effekt der Mietzinseinnahmen beim Pfarr- und Mesmerhaus, die immerhin mit über 50’000 Franken zu Buche schlugen, sowie den hochwillkommenen «Finanzausgleich Moritz». Die Kirchgemeinde Eggerstanden weist per 31. Dezember 2021 ein Vermögen von knapp 435’000 Franken aus. Die Rechnung wurde denn auch diskussionslos durchgewinkt.

Obwohl gemäss Martin Fuster im Budget 2022 wieder mit steigenden Steuereinnahmen gerechnet werden darf, erwartet der Kirchenrat dennoch einen Verlust von beinahe 14’500 Franken. Auch dies, sowie der bei zwanzig Prozent belassene Steuerfuss, wurde von den Kirchbürgern abgesegnet.

Unter dem Traktandum Wahlen blieb alles beim Alten: Präsident Albert Dörig, Kassier Martin Fuster, Aktuar Daniel Signer, sowie die beiden Beisitzer Sepp Räss und Jeanette Schmid werden ihre Ämter in gleicher Besetzung ein weiteres Jahr versehen.

Albert Dörig orientierte im Anschluss über den Verkauf der Baurechtsparzelle «Dorfstrasse 19» in der Möserwies. Diese wechselt für 430’000 Franken den Besitzer: Die Vima AG plant, auf dem Grundstück ein Zweifamilienhaus zu erstellen und dieses danach zu veräussern. Wie Dörig erläuterte, habe der Kirchenrat nach vertieften Abklärungen entschieden, auf sein Vorkaufsrecht zu verzichten.

Weiter sprach sich der Kircherat Eggerstanden einstimmig für die Sanierung des marode gewordenen Spielplatzes Möserwies aus. «Dies ist eine wichtige Investition in das Dorfleben», formulierte es der Präsident. Drei Familien, die den Unterhalt auf freiwilliger Basis besorgen werden, sind bereits gefunden. Auch konnten schon fast 20’000 Franken an Spendengeldern für die Erneuerung der Spielgeräte gesammelt werden. Die Stimmberechtigten gaben dem Vorhaben grünes Licht.

Ausserdem wurde der Kirchgemeindeversammlung auch die angedachte Neugestaltung des Friedhofs in groben Zügen skizziert. Anlässlich des 50-Jahr-Jubiläums der Kirche Eggerstanden, welches 2023 begangen werden kann, möchte man sich eine Aufwertung für etwa 25’000 Franken gönnen. Die Versammlung erhob keine Einwände und hiess das Projekt gut. Am 27. Mai des kommenden Jahres ist ein Festgottesdienst mit Bischof Markus Büchel geplant. Ein weiteres Jubiläum ist bereits dieses Jahr aktuell: Mesmerin Kathrin Koller versieht ihren Dienst nun schon seit zehn Jahren und konnte vor Kurzem auch den Mesmerkurs erfolgreich abschliessen. 

Ferner ging Albert Dörig zudem auf ein Neubauprojekt beim Pfarr- und Mesmerhaus ein. Der Kirchenrat bekam von der Versammlung die Zustimmung, eine Planung für weiteren Wohnraum an die Hand zu nehmen und auf die Kirchhöri 2023 einen Vorschlag auszuarbeiten. Dörig zeigte sich überzeugt: «Der Bedarf an Wohnungen ist vorhanden.» 

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