Johann Gottfried Ebel: Beste Werbung für das Appenzellerland

Zwischen Wildkirchli und Äscher erinnert eine Gedenktafel an Johann Gottfried Ebel. In seinem 1798 und damit vor 225 Jahren erschienenen Buch «Schilderung der Gebirgsvölker der Schweitz» beschreibt er das Appenzellerland von seiner schönsten Seite, was beste Werbung für das Ländchen zwischen Bodensee und Säntis bedeutete.

  • Zwischen Wildkirchli und Äscher erinnert eine Gedenktafel an Johann Gottfried Ebel. (Bild: Peter Eggenberger)

    Zwischen Wildkirchli und Äscher erinnert eine Gedenktafel an Johann Gottfried Ebel. (Bild: Peter Eggenberger)

Geboren am 6. Oktober 1764 in Züllichau (Preussisch-Schlesien) studierte Johann Gottfried Ebel als Sohn eines Kaufmanns Medizin. Gleichzeitig betätigte er sich als Reiseschriftsteller. In dieser Eigenschaft bereiste er verschiedene Schweizer Kantone. Ganz spezielles Lob fand dabei das Appenzellerland. Seine farbigen Schilderungen von Land, Bewohnern, Brauchtum und Witz führte vor allem in Deutschland zu einer eigentlichen Appenzellerland-Begeisterung.

In seinem Buch rühmt er die Appenzellerinnen und Appenzeller als lebhafter, munterer, scherzhafter, witziger und geistreicher als alle ihre Nachbarn. Und weiter schwärmt er: «Überall erschallen Appenzells Gebirge von freudigem Jauchzen und einem eigenen Geschrei, was sie jolen nennen. Als ich zum erstenmal dieses Land betrat, glaubte ich auf einer der glücklichen Inseln zu sein, wovon sich ein Schatten im Südmeere befindet…» Nicht von ungefähr wurde die Ebel-Gedenktafel beim Wildkirchli platziert. Er schildert im Buch den Aufstieg zur Eremitenklause bei der Höhle wie folgt: «Der Fusssteig wird immer schmäler, der Felsen zur linken immer drohender. Der schwarze Abgrund zur rechten rückt immer näher unters Auge, man wagt weder umzuwenden noch umzuschauen …»

Am Ziel angekommen, freut er sich: «Ich athmete wieder mit freier Brust und betrachtete nun mit dem gemischten Gefühl eines Angst- und Freudenschauers süsser Wärme die überstandene Gefahr.»

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