Jodelgesang vom Feinsten

Mit dynamischen, ins Feinste ausgearbeiteten Jodelstimmen haben die Schwestern Natascha und Maruschka Monney am Samstagabend anspruchsvolle Jodellieder und Kompositionen vorgetragen. Das Publikum in der Kirche Brülisau war hell begeistert und honorierte den Auftritt der Jodlerinnen mit Standing Ovations.

  • Natascha (links) und Maruschka Monney in der Sensler-Sonntagstracht auf dem Weg zum Bastian-Konzert. (Bild: Claudia Manser)

    Natascha (links) und Maruschka Monney in der Sensler-Sonntagstracht auf dem Weg zum Bastian-Konzert. (Bild: Claudia Manser)

«Heute Samstag ist viel los. Es freut mich, dass trotz der Konkurrenzanlässe die Kirche so ansehnlich voll ist», begrüsste Emil Koller von den organisierenden Bastian-Konzerten zum Konzertabend. «Zwei Schwestern mit wunderbaren Stimmen, im Duett unterwegs und mit einem ausgesprochen breiten Repertoire, beehren uns heute Abend», so Emil Koller. Als Mädchen gehörten Natascha und Maruschka Monney dem Jodlerchörli Sense an. Unterdessen bereisen sie als Jodlerinnen die ganze Schweiz, dirigieren selber Chöre und auch im Ausland haben sie ihre Auftritte. Dort, wo üblicherweise der Altar steht, waren ein Keyboard, drei Schwyzerörgeli und eine Gitarre platziert.

Sodann traten die beiden Frauen über die Sakristei in die Kirche und starteten den Konzertabend musikalisch mit «Wenn ein Ländler ertönt» von Kasi Geisser. Das Nidwaldner Jodellied «Hends mitenand schö», ein Naturjutz und das Mundartlied «Heiterefahne» von Trauffer wurden vorgetragen und so durfte das Publikum unterschiedliche Gesangsarten geniessen. Zu hören waren Kompositionen von Franz Arnold, Ruedi Rymann bis Jürg Röthlisberger – im Mittelpunkt der Texte standen Berge, Sterne oder Rosenzeiten. «Das ist etwas für mein Herz», meinte eine Besucherin. Mit welcher Ausgewogenheit der Stimmen die anspruchsvollen Kompositionen vorgetragen wurden, ging den Zuhörern unter die Haut. Der raumfüllende Jodel beeindruckte.

Ausdruckstarke Stimmen

Mit dem Lied «Scharlachrot» von Patent Ochsner machten Monneys einen Schwenker zu ihrer Lieblingsmundartband. Das bewährte und erfahrene Jodel-Duett brillierte mit ausdruckstarken, glasklaren Stimmen und einer angenehmen Bühnenpräsenz. Die Primarlehrerin Natascha (28 Jahre) und die Logopädin Maruschka (25 Jahre) motivierten dann das Publikum für einen gemeinsamen Naturjutz. Drei Gruppen mit verschiedenen Tönen auf zwei Stufen bildeten den Klangteppich. «Das gab Geissenhaut», sagte Natascha Monney. «Zusammen singen verbindet.» Die Naturjodelkultur wurde mit einer «Reise durch die ganze Schweiz» von Ruedi Rymann besungen. Ein äusserst anspruchsvolles Lied, das die beiden Senserinnen mit Bravour vortrugen. Das sichtlich gut gelaunte Publikum genoss den Abend. Oder um es mit den Worten eines Besuchers, der sich auch in der Vergangenheit kaum einen Konzertabend der Bastian-Konzerte entgehen liess, zu sagen: «Es ist einfach ein einmaliges Erlebnis. Ich darf Darbietungen von ganz unterschiedlich geprägten Formationen geniessen. Da komme ich gerne nach Brülisau.»

Zum Abschluss ein paar Tränen

Das Bastian-Konzert endete mit einem musikalischen Feuerwerk. Das begeisterte Publikum wünschte sich zum Abschluss noch Zugaben. «Aabästärn» von André von Moos bildete ein emotionales Schlussbouquet. Dabei holten einige der Zuschauer unauffällig ihre Taschentücher hervor und wischten verstohlen ein paar Tränchen von der Wange.

Das vielsagende Lied war zugleich Abschluss eines fantastischen Konzertabends. Das Publikum zeigte sich hell begeistert und honorierte den Auftritt der Jodlerinnen am Schluss der Vorstellung mit Standing Ovations. Zufrieden und um ein schönes Erlebnis reicher darf man sich jetzt schon auf die nächsten Bastian-Konzerte mit den «Hoameligen» aus dem Tirol oder der Jodlerfamilie Sutter aus Waldkirch freuen.

23
3

Weitere Artikel

Schreibe einen Kommentar