In Innerrhoden haben so viele Gäste übernachtet wie noch nie

Im dritten Anlauf hat es geklappt: Der Verein Appenzellerland Tourismus AI führte am Montagabend seine Hauptversammlung im Berggasthaus Hoher Hirschberg durch. Trotz Corona haben im vergangenen Jahr so viele Gäste wie noch nie in Innerrhoden übernachtet.

  • Präsident Sepp Manser, die zurückgetretenen Luzia Inauen und Cyrill Keller sowie die neue Revisorin Stefanie Kümpel und das neue Vorstandsmitlied Walter Mock, Präsident des Bauernverbands. (Bilder: Maria Kobler)

    Präsident Sepp Manser, die zurückgetretenen Luzia Inauen und Cyrill Keller sowie die neue Revisorin Stefanie Kümpel und das neue Vorstandsmitlied Walter Mock, Präsident des Bauernverbands. (Bilder: Maria Kobler)

  • Vor der Hauptversammlung genossen die Anwesenden einen Apéro mit Aussicht.

    Vor der Hauptversammlung genossen die Anwesenden einen Apéro mit Aussicht.

  • Die Zimmer im Berggasthaus Hoher Hirschberg wurden frisch renoviert.

    Die Zimmer im Berggasthaus Hoher Hirschberg wurden frisch renoviert.

  • Auch ein Massenlager steht zur Verfügung.

    Auch ein Massenlager steht zur Verfügung.

«Appenzellerland Tourismus beweist seit 25 Jahren Mut», sagte Sepp Manser, Präsident des Vereins Appenzellerland Tourimus AI (VAT AI) an der Hauptversammlung. «Er setzt auf Echtheit und Authentizität und inszeniert nichts für den Tourismus.» Manser konnte rund 120 Personen im Berggasthaus Hoher Hirschberg begrüssen, darunter Landammann Roland Dähler, Bauherr Ruedi Ulmann, Säckelmeister Ruedi Eberle und Landesfähnrich Jakob Signer. 71 Anwesende waren stimmberechtigt, wobei alle Abstimmungen und Wahlen einstimmig ausfielen.

Sepp Manser bedankte sich für das Engagement und die Investitionen des Gastgeberpaares Andrea und Franz Eugster-Schneider. Während des Apéros konnten die frisch renovierten Zimmer im Berggasthaus besichtigt werden. «Unsere Leistungsträger sind die Energieträger für den Tourismus», sagte Manser. Von ihren Angeboten – die Palette reiche von A wie Automechaniker bis Z wie Zimmermann – würden die Kunden profitieren, auch ausserhalb des Kantonsgebiets.

In der Jahresrechnung resultierte bei einem Aufwand von 2’422’095,52 Millionen Franken ein Gewinn von 6463,22 Franken. Der grösste Ausgabeposten ist mit rund 856’000 Franken das Personal, «unser höchstes Gut», wie Manser sagte. Er lobte die Flexibilität, die positive Ausstrahlung und die Motivation der Mitarbeitenden sowie ihre Bereitschaft, Appenzell zu leben.

Rekordhohe Gästezahl

Geschäftsführer Guido Buob sagte in seinem Jahresbericht, dass die Coronapandemie auch positive Auswirkung habe. «Wir sind gästeorientierter und flexibler geworden.» Die Appenzeller Ferienkarte – «ein tolles Gemeinschaftswerk in Appenzell» – sei für die nächsten vier Jahre sichergestellt. 33 Leistungsträger sind dabei. «Die Gäste halten sich länger als üblich in der Region auf», sagte Buob. «Wir konnten deshalb mehr Ferienkarten abgeben.» Er hoffe, dass es so weitergehe. Der Krieg in der Ukraine etwa spreche dafür, das Fernweh der Schweizer eher dagegen. Ein Grund für die längere Aufenthaltsdauer ist die kostenlose An- und Rückreise. 2021 haben 2332 Gäste diese Möglichkeit genutzt und dabei 8728 Logiernächte generiert – das entspricht 5,5 Prozent aller Logiernächte. «Unser Ziel sind zehn Prozent», sagte Buob. Insgesamt wurden in Innerrhoden 188’699 Logiernächte registriert – das sind 12,4 Prozent mehr als im Vorjahr und bedeutet, dass in einem Jahr noch nie so viele Gäste in der Hotellerie und in den Berggasthäusern in Innerrhoden übernachtet haben.

Beliebte Gutscheine

Der VAT hat die Morgenpost mit diversen Angeboten lanciert – ein Service für alle. Im Verlauf des Jahres soll die digitale Variante folgen. Die angebotenen Gutscheine würden vor allem in der Gastronomie eingelöst, sagte Buob. Der grösste Teil werde an Einheimische abgegeben. «Es ist ein tolles Angebot, aber ohne Gäste gebe es das nicht, es wird mit den Einnahmen von den Gästen finanziert.» Der VAT lanciert zusammen mit Gastro AI und den Bergwirten eine Mitarbeiterkarte. Ebenso kündigte Buob den Alpsteinpass mit Bergwirten und die Kleiderlinie «alpstein.ch» an. Da Messen weniger Publikum anziehen, sollen vermehrt Pop-up-Stores entstehen. Als Höhepunkt im Veranstaltungskalender nannte er das Nordostschweizerische Jodlerfest vom 1. bis 3. Juli.

Winterzeit fördern

Ein Schwerpunkt des VAT ist die Förderung der Winterzeit. «Wir wollen schneeunabhängige Angebote stärker fördern», sagte Guido Buob. Ein besseres Sommer-Winter-Verhältnis war denn auch einer der Wünsche, den Buob anbrachte. «Land und Leute sollen im Mittelpunkt stehen», fügte er hinzu. «Und das Verkehrs- und Parkproblem im Dorf und an der Talstation ist gelöst.» Weiter träumt Buob von zwei bis drei Downhill-Strecken für Mountainbiker – und einem Beherbergungsbetrieb im Kapuzinerkloster. Und schliesslich erhofft sich Guido Buob, «dass die Appenzeller die besten und ehrlichsten Gastgeber bleiben.»

12
11

Weitere Artikel

Schreibe einen Kommentar