In Appenzell steigen 2023 die Strompreise an

Die Feuerschaukommission hat den Stromtarif für 2023 verabschiedet. Stark gestiegene Energiebeschaffungskosten, höhere Netzkosten im Vorliegernetz sowie erhöhte Kosten für die Systemdienstleistungen führen zu Strompreiserhöhungen zwischen 30 und 55 Prozent. Auch die Rückliefervergütungen werden deutlich erhöht.

  • Im kommenden Jahr muss für den Strom mehr bezahlt werden. (Bild: Archiv App24)

    Im kommenden Jahr muss für den Strom mehr bezahlt werden. (Bild: Archiv App24)

Der Strompreis setzt sich aus den drei Komponenten Energie- und Netznutzungskosten sowie Abgaben zusammen, welche mit einer unterschiedlichen Gewichtung den Strompreis bilden. Zudem unterliegen die einzelnen Komponenten jeweils externen Einflüssen.

Der Energietarif deckt die Kosten für die Strombeschaffung, den Stromvertrieb und den Kundenservice ab, wie die Feuerschaugemeinde Appenzell in einer Mitteilung schreibt. Der Netznutzungstarif deckt die Kosten für den Betrieb, Unterhalt und Ausbau des Verteilnetzes der Energie- und Wasserversorgung Appenzell (EWA). Ebenso werden die anteiligen Kosten für die Nutzung der vorgelagerten Netze der St.Gallisch Appenzellische Kraftwerke AG (SAK), der Axpo und der Swissgrid sowie die Dienstleistungen der Swissgrid (SDL) für den Betrieb und die Stabilität des gesamten Netzsystems der Schweiz mit dem Netznutzungstarif gedeckt.

Die Abgaben wiederum umfassen die gesetzlichen Beiträge zur Förderung der erneuerbaren Energien und zur ökologischen Sanierung der Wasserkraft. Zusätzlich würden auch Abgaben an das Gemeinwesen gedeckt, welche im Gebiet der EWA aber nicht erhoben werden.

Steigende Energietarife

Die Energiepreise an den internationalen Grosshandelsmärkten zeigen seit August 2021 einen bisher historisch unbekannten Anstieg. Bedeutende Treiber für die aktuell sehr hohen Strompreise in ganz Europa ist die zunehmende Nachfrage, die zunehmende Ökologisierung sowie die aktuell angespannte geopolitische Lage in Europa. Weiter beeinflusst das geringere Angebot, unter anderem ausgelöst durch die tiefen Wasserstände der Stauseen und die unterdurchschnittliche Verfügbarkeit der französischen Kernkraftwerke, die Strompreise.

Dank einer umsichtigen und über mehrere Jahre gestaffelte Energiebeschaffung ist der effektive Anstieg der Energietarife im Gebiet der EWA für 2023 nur teilweise durchgedrungen. Dennoch muss die Energie- und Wasserversorgung Appenzell die Energietarife für das kommende Jahr über alle Kundensegmente durchschnittlich um rund 85 Prozent erhöhen. Künftige Erhöhungen sind aufgrund der weiter steigenden Energiepreise nicht auszuschliessen.

Steigende Netznutzungstarife

Gestiegene Kosten führen zu einer durchschnittlichen Erhöhung der Netznutzungstarife für das folgende Jahr um rund zwölf Prozent. Die Kostentreiber sind insbesondere die Kosten für die anteilige Nutzung der vorgelagerten Netze der SAK, Axpo und Swissgrid (+10 Prozent), die laufende Modernisierung und Stärkung des eigenen Verteilnetzes und die Erhöhung der Systemdienstleistungen SDL der Swissgrid (+188 Prozent). Die Abgaben an den Bund bleiben unverändert. Alle Tarifbestandteile (Energie, Netznutzung und Abgaben) zusammen führen zu einer durchschnittlichen Erhöhung über alle Segmente der Grundversorgung von rund 47 Prozent.

Neue Tarife wurden genehmigt

Die Feuerschaukommission hat die neuen Tarife an der Sitzung vom 16. August genehmigt. Die Preisblätter können auf der Homepage www.feuerschaugemeinde.ch heruntergeladen werden. Ein durchschnittlicher Vier-Personen-Haushalt in einem Einfamilienhaus mit einem jährlichen Energieverbrauch von rund 4’500 Kilowattstunden zahlt damit knapp acht Rappen pro Kilowattstunde beziehungsweise rund 30 Franken pro Monat mehr.

Für einen durchschnittlichen Vier-Personen-Haushalt in einem Einfamilienhaus mit einer Wärmepumpe und einem jährlichen Energieverbrauch von rund 13’000 Kilowattstunden betragen die Mehrkosten durch den höheren Verbrauch rund 85 Franken pro Monat mehr.

Dank der weiter gestiegenen Produktion privater Photovoltaik-Anlagen beträgt der Anteil von Sonnenstrom im Naturstrom-Produkt «naturemade» acht Prozent. Dieses Produkt wird den Haushalts- und Geschäftskunden mit einem Jahresbezug von weniger als 50›000 kWh standardmässig im Basis-Tarif angeboten wird. Im wahlweise angebotenen Produkt «naturemade star» beträgt der PV-Anteil sogar 50 Prozent. Die Vergütung der Netzeinspeisung von Strom (inklusive Herkunftsnachweis) aus Photovoltaikanlagen wird von zehn Rappen pro Kilowattstunde um 50 Prozent auf 15 Rappen pro Kilowattstunde erhöht.

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