Im Dialog mit dem Armeechef

Der Chef der Armee (CdA), Korpskommandant Thomas Süssli, war am Freitagmittag zu Besuch in Appenzell Innerrhoden – auf dem Programm stand ein CdA-Lunch-Event. Nachdem dieser 2015 in Walzenhausen stattgefunden hatte, war diesmal Appenzell an der Reihe. In der Kunsthalle Ziegelhütte sprach der Chef der Armee vor über hundert Vertretern aus Wirtschaft und Politik.

  • Thomas Süssli ging zu Beginn seines Vortrags auf den Krieg in der Ukraine ein. (Bild: zVg)

    Thomas Süssli ging zu Beginn seines Vortrags auf den Krieg in der Ukraine ein. (Bild: zVg)

Aus aktuellem Anlass äusserte sich Thomas Süssli zu Beginn seines Vortrags zur Situation in der Ukraine. «Man liest häufig vom ‹Konflikt in der Ukraine›. Es ist aber kein Konflikt, es ist ein Krieg. Ein Krieg gegen die Ukraine, ein Krieg gegen die westlichen Werte», betonte Süssli. Er ordnete den Konflikt aus politischer und militärstrategischer Sicht ein. Er ging auf die verschiedenen Narrative ein, mit denen der russische Präsident Wladimir Putin arbeitet, ortete mögliche Fehler, die Putin passiert waren beziehungswiese Falschinformationen, mit denen dieser offenbar bedient worden war und er beurteilte die Waffensysteme und die Militäreinsätze aus operativer Sicht. Die Ausführungen stiessen beim Publikum auf grosses Interesse, das verdeutlichten die Gespräche, die nach dem Vortrag beim Stehlunch geführt wurden.
Der Chef der Armee sprach im Rahmen seines 35-minütigen Referats nicht nur von der Ukraine, sondern auch von der Schweiz und ihrer Armee. Die weltweiten Entwicklungen wirken sich auf das Bedrohungsbild aus, von dem die Schweizer Armee ausgeht. Als Richtpunkt gilt das Jahr 2030. Laut Süssli wirke der Gegner in Zukunft vermehrt aus der Distanz und unerkannt aus dem Cyberraum. Wichtig: Er versuche das Gegenüber an der sensibelsten Stelle zu treffen, den kritischen Infrastrukturen. Die Bedrohung könne gleichzeitig und vernetzt aus unterschiedlichsten Operationssphären kommen und das klassische Gefecht finde, wenn, dann zunehmend in urbanem Gebiet statt. Darauf gelte es sich einzustellen als Armee.
Gastgeber des Anlasses mit dem Chef der Armee war Divisionär Willy Brülisauer, Kommandant der Territorialdivision 4. Die Grussbotschaft des Kantons überbrachte Landesfähnrich Jakob Signer. In der Fragerunde kam auch Hauptmann Kilian Meier, Kompaniekommandant der Unterstützungskompanie des Infanteriebataillons 61, zu Wort.

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