«Ich bin überrascht und überwältigt»

Für die Ersatzwahl in den Herisauer Gemeinderat ist kein zweiter Wahlgang nötig. Um 66 Stimmen lag Max Slongo über dem absoluten Mehr. Er schwang gegenüber Daniele Lenzo (Sozialdemokratische Partei) und Thomas Mittermair (Parteiunabhängige) obenaus. Die Stimmbeteiligung lag bei 47.5 Prozent.

  • Max Slongo: neuer Gemeinderat in Herisau. (Archivbild: zVg.)

    Max Slongo: neuer Gemeinderat in Herisau. (Archivbild: zVg.)

Er habe nicht damit gerechnet, dass die Entscheidung schon im ersten Wahlgang falle, sagt Max Slongo am Sonntagnachmittag. Bei einem absoluten Mehr von 2264 Stimmen erhielt der SVP-Kandidat 2330 Stimmen. Auf den SP-Vertreter Daniele Lenzo entfielen 1306 Stimmen. Noch deutlicher distanziert wurde Thomas Mittermair (PU) mit 830 Stimmen. Vereinzelte Personen vereinten 61 Stimmen auf sich. «Ich bin überrascht und überwältigt. Und ich bin dankbar für die Unterstützung. Das Ergebnis ist allerdings auch ein Auftrag», kommentiert Slongo. Auf den frühen Sonntagabend lud der 22-Jährige «alle, die mögen», spontan zu einem Umtrunk in der Chäshalle ein; später feierte er an einem Grillabend mit seinem Umfeld die Wahl. «Wir hatten nichts geplant.».

Karriere dynamisch gestartet

Er betont, dass es immer um die Sache gehe, nicht in erster Linie um seine Person und um die Partei. «Es fällt nun schon ein ordentlicher Druck von mir; die zwei zurückliegenden Monate waren eine intensive Zeit.». Da war der Wahlkampf, da waren Medienanfragen und die hohe Präsenz auf den Plakaten. Dabei stehe er eigentlich nicht gerne im Mittelpunkt. Seit dem Juni 2023 gehört Slongo dem Einwohnerrat und dem Kantonsrat an: Er machte sowohl im kommunalen wie auch im kantonalen Parlament rasch auf sich aufmerksam. Der Abtwiler Primarlehrer meldete sich oft zu Wort, engagierte sich mit pointierten Voten. Da und dort ist er angesichts der Dynamik, mit der er in seine Karriere gestartet ist, schon als politischer «Überflieger» bezeichnet worden. Hat sich das Ganze auch für ihn etwas gar schnell entwickelt? «Eine Kandidatur ist auch immer eine Frage der Gelegenheit», relativiert er und sagt, er hätte sich gefreut, wenn Stefanie Danner im Amt geblieben wäre. Seine Vorgängerin (Mitglied der PU) hatte aus beruflichen Gründen ihren Rücktritt per 31. Dezember erklärt. Er sei schon gefragt worden, ob er einst als Nachfolger von David Zuberbühler (ebenfalls SVP) für den Nationalrat kandidiere, erzählt Slongo. «Aber ich sehe mich sicher nicht in der nationalen Politik.».

Für Herisau ein hoher Wert

Slongo wird im Siebnergremium des Herisauer Gemeinderates der zweite SVP-Vertreter neben Samuel Knöpfel. Danner hatte das Ressort Technische Dienste geleitet, seit Anfang Jahr führt Gemeindepräsident Max Eugster dieses interimistisch. Die Verteilung der Zuständigkeiten in der neuen Zusammensetzung des Gemeinderates wird in einer der nächsten Sitzungen besprochen. Er sei diesbezüglich offen, meint Max Slongo am Sonntag. Das einzige Ressort, das er ausschliessen möchte, sei die Schule. «Das wäre nicht gut, ich wäre da zu nahe.».

Mehrmals hatte sich Slongo vor der Wahl in den sozialen Medien dahingehend geäussert, man solle stimmen gehen – egal, welchen Kandidaten man unterstütze. Wie schätzt er nun die Stimmbeteiligung von 47,5 Prozent ein? «Für Herisau ist dieser Wert sehr hoch. Sicher haben die nationalen Vorlagen zur AHV eine Rolle gespielt.». Er fügt aber an, eigentlich sei eine Beteiligung des Stimm- und Wahlvolkes von unter 50 Prozent immer noch zu tief.

23
10

Weitere Artikel

  • Nicolas Obrist (links) Ueli Frigg (rechts) Badi Heiden. (Bild: zVg)

Schreibe einen Kommentar