Hochstehende Musik und begeistertes Publikum

Seit 19 Jahren lädt die Appenzeller Kantonalbank zu Neujahrskonzerten ein. Dies als Dankeschön an die Kundinnen und Kunden für ihre Treue. Die Konzerte fanden auch dieses Jahr einmal in Herisau, einmal in Oberegg und zweimal in Appenzell statt.

  • Die Musikerinnen und Musiker begeisterten vollends. (Bilder: zvg)

    Die Musikerinnen und Musiker begeisterten vollends. (Bilder: zvg)

  • Die Sopranistin Erika Tanaka und der Tenor Valentino Sun sowie Daniel Moos am Piano.

    Die Sopranistin Erika Tanaka und der Tenor Valentino Sun sowie Daniel Moos am Piano.

  • Bankdirektor Ueli Manser begrüsst das Publikum und wünscht auch seinerseits «e guets Neus».

    Bankdirektor Ueli Manser begrüsst das Publikum und wünscht auch seinerseits «e guets Neus».

  • Cellist Claude Hauri.

    Cellist Claude Hauri.

Wer die Musikerinnen und Musiker, die Sopranistin und den Tenor möglichst nahe erleben wollte, musste sich am vergangenen Freitagabend früh in die Pfarrkirche St. Mauritius begeben, um sich für eine der beiden Aufführungen einen der vorderen Plätze zu sichern. Schon eine halbe Stunde vor Beginn war die Kirche bereits zum grössten Teil besetzt. Wer eher knapp kam, musste sich mit einem Platz in den hintersten Bänken begnügen.

Klassik trifft Tradition

Das Interesse war auch dieses Jahr riesig, und das bestimmt nicht nur wegen des Glühweins, Punsch und Biberli unter den Rathausbögen nach dem Konzert. Vielmehr ist es seit 19 Jahren die hochstehende klassische Musik mit internationalen Künstlerinnen und Künstlern sowie das gelegentliche Zusammenspannen mit einheimischen Formationen – wie dieses Jahr mit den Geschwistern Küng–, welche die Kirchenbänke füllen. So viel sei vorweggenommen: Das über eine Stunde dauernde Konzert war ein Hochgenuss mit musikalischen Überraschungen.

Das Programm für die Neujahrskonzerte der Appenzeller Kantonalbank wird jeweils vom musikalischen Leiter Daniel Moos konzipiert und arrangiert. Der Pianist, Dirigent und Produzent hat grosse internationale Erfahrung und ist für sein Schaffen schon mehrfach mit Preisen ausgezeichnet worden. Alljährlich werden verschiedene Gesangs- und Instrumentalsolisten, die auf den grossen Bühnen Europas, der USA und Asiens auftreten, für die exklusiven Konzerte engagiert. Bei der Wahl der diesjährigen Künstler und der Zusammenstellung des Programms hatte Daniel Moos auch dieses Jahr eine glückliche Hand.

Fulminanter Auftakt

Mit dem «Minuetto» von Luigi Boccherini startete das Konzert mit einem allseits bekannten Stück. Der berühmte «Funke» von den Akteuren zum Publikum sprang sofort über. Diesen Funken, respektive Aufmerksamkeit nutzte Ueli Manser, Direktor der Kantonalbank Appenzell, für einen Dank an die anwesenden Kundinnen und Kunden, denen er ein schönes Konzert und alles Gute für das Jahr 2024 wünschte.

Dann ging es Schlag auf Schlag. Die beiden Violinistinnen Barbara Ciannamea und Veronika Miecznikowski, Claude Hauri (Cello), Erika Tanaka (Sopran), Valentino Sun (Tenor) und Daniel Moos am Piano spielten und sangen Lieder aus Opern wie «Don Pasquale» von Gaetano Donizetti, «La Traviata» von Giuseppe Verdi oder «Gianni Schicchi» von Giacomo Puccini. Ein besonderer Genuss war es, den wunderbaren, glasklaren Stimmen von Erika Tanaka und Valentino Sun zuzuhören. Die Sopranistin und der Tenor markierten eine starke «Bühnen»-Präsenz. Auch wer die Texte nicht verstand, konnte die Handlung spüren. Stichworte dazu sind Sehnsucht und Liebe.

Einfach geniessen

Schnellen Zugang zur Musik hatte das Publikum wohl auch, als zusätzlich die Geschwister Küng zum Einsatz kamen. Sei es bei der traditionellen «Bürgenstock-Polka», dem «Rondo alla Turca» von Wolfgang Amadeus Mozart oder dem «Seeleweemeli» von Roland Küng. Spätestens jetzt war der Moment gekommen, sich zurückzulehnen, herunterzufahren und einfach zu geniessen. Einen speziellen Soloauftritt hatte gegen den Schluss des Konzertes der Cellist Claude Hauri, mit «Tarantella» von David Popper.

Mehrmals spielten und sangen alle Akteure in höchster Perfektion zusammen. So zum Beispiel den Walzer Nr. 2 von Dmitri Schostakowitsch oder am Ende des Programms « Brindisi» aus der Verdi-Oper «La Traviata». Mit einer Standing Ovation bedankte sich das Publikum für das vielseitige und berührende Konzert, das Daniel Moos immer wieder mit Anekdoten über verschiedene, weltbekannte Komponisten bereicherte. Der kräftige und anhaltende Applaus hatte sich gelohnt. Mit dem «Radetzky Marsch» von Johann Strauss (Vater) setzten die Musiker einen würdigen Schlusspunkt unter das diesjährige Neujahrskonzert, das im nächsten Jahr sein 20-jähriges Jubiläum feiern kann.

10
11

Weitere Artikel

  • Symbolbild: bigstock

Schreibe einen Kommentar