Grünes Licht vom Einwohnerrat: Der neue Obstmarkt kommt vor das Stimmvolk

An seiner Sitzung vom 24. Januar hat sich der Einwohnerrat mit 24 zu 3 Stimmen für ein saniertes Dorfzentrum ausgesprochen. Das letzte Wort für den Kredit in Höhe von 8,81 Millionen Franken hat am 9. Juni das Herisauer Stimmvolk.

  • So soll der neue Obstmarkt aussehen. (Bild: gk)

    So soll der neue Obstmarkt aussehen. (Bild: gk)

  • Das Projekt wurde mit 24 zu 3 Stimmen angenommen. (Bild: sd)

    Das Projekt wurde mit 24 zu 3 Stimmen angenommen. (Bild: sd)

Das Dorfzentrum von Herisau mit sanierungsbedürftigem Platz und Obstmarkt sorgt seit Jahrzehnten für Diskussionen. Doch nun könnte sich das Ortsbild der Gemeinde bald nachhaltig verändern: Der Einwohnerrat in seiner Sitzung vom Mittwochabend, 24. Januar, dem Sanierungsprojekt zugestimmt. Damit kommt der Kredit in Höhe von 8,81 Millionen Franken am 9. Juni vor das Stimmvolk. Die Gesamtkosten für das Projekt belaufen sich auf 12,71 Millionen.

Allerdings reduziert sich diese Summe durch zugesicherte Beiträge des Kantons um knapp 4 Millionen Franken. «Im Rahmen des Agglomerationsprogramms kann mit einem Bundesbeitrag von zwei Millionen Franken gerechnet werden. Weiter in Abzug gebracht werden können Kosten von 780’000 Franken welche im Bereich des Regierungsgebäudes anfallen. Zusätzlich wird die kantonale Denkmalpflege das Vorhaben mit rund 200’000 Franken unterstützen», schrieb die Gemeinde in einer früheren Mitteilung. «Die zu erwartenden Nettokosten betragen somit noch 5,83 Millionen Franken, die über 40 Jahre abgeschrieben werden.»

Das sagten die Fraktionen
Die Mitte/EVP
«Eine Sanierung ist nötig und an der Zeit. Der Obstmarkt ist in die Jahre gekommen, der Parkplatz strahlt keine Wärme aus und die Bevölkerung nutzt den Platz kaum. Jetzt haben wir die Chance, einen Treffpunkt zu schaffen – einen lebendigen Dorfkern für ein harmonisches Miteinander von Alt und Jung. Als Visitenkarte von Herisau soll der Obstmarkt ein zentraler Ort der persönlichen Begegnungen im Zeitalter der Digitalisierung werden.»

FDP/GLP
«Es liegt nun ein Projekt vor, das breit abgestützt ist und bei den Beteiligten auf viel Zuspruch stösst. Mehr noch: Der Kanton ist mit im Boot und mit relevanten Anrainern wurden bereits Vereinbarungen abgeschlossen. Dass es gelungen ist, alle Beteiligten – mit teilweise sehr unterschiedlichen Interessen – auf einen Nenner zu bringen, unterstreicht die Qualität der Vorlage. Es liegt heute alles auf dem Tisch. Es ist ein breit abgestütztes und kohärentes Projekt – ein Generationenprojekt mit grossem Potenzial.»

Gewerbe/PU
«Unserer Fraktion fehlt das gewisse Etwas; das Visionäre. Tatsache ist, dass die Unterstützungsbeiträge von Dritten auch tiefer ausfallen könnten. Diese allfälligen Mehrkosten dürfen nicht auf die Steuerzahler abgewälzt werden. Die Redizierung der Parkplätze im Dorfkern sehen wir als Herausforderung für das Gewerbe, dennoch werden die lokal ansässigen Unternehmen von einem attraktiven und lebendigen Obstmarkt profitieren.»

SVP
«Unser Dorf rüstet sich für die Zukunft. Das vorliegende Projekt strebt nicht nach den grössten Ambitionen, sondern berücksichtig die Kosten/Nutzen-Rechnung und wertet den Dorfkern auf. Investitionen sind unumgänglich, allerdings gibt es aus sich der SVP durchaus bauliche Massnahmen, welche die Kosten unnötig in die Höhe treiben. Zu kritisieren ist die Reduktion der Parkplätze und die lange Abschreibungsdauer von 40 Jahren, zumal weitere Investitionen vakant oder am Laufen sind.»

SP
«Ein lebendiger Dorfkern wir das Zusammenleben für Generationen prägen. Ein attraktives Zentrum stärkt das Gewerbe, belebt die Gemeinde und schafft Raum für Begegnungen. Der Betrag von 8,81 Millionen ist eine hohe Summe, welche die Verschuldung der Gemeinde nicht schmälern wird. Aber die Investition ist tragbar, zumal ein weiteres Hinausschieben nur Mehrkosten und zusätzlichen Aufwand bringt.»

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Kommentare

  1. Ich staune ab dem Einwohnerrat. Da haben sie und das ganze Hinterland mit der Alpsteinstrasse ein jahrzehntealtes Verkehrsproblem. Anstelle einer Fondbildung um dieses Problem eigenständig zu lösen und mindestens etappiert vorwärts zu machen, warten sie seit bald 40 Jahren auf das ferne Bern, welches sich in dieser Sache nicht bewegt. Lieber ein prestigeträchtiges, aber unnötiges Projekt im Zentrum ausarbeiten, welches dann ein zusätzliches Parkplatzproblem im Dorfkern auslöst. Aber eben, in der Hauptstadt Bern gibt es auch so einen tollen Vorplatz vor dem Regierungsgebäude. Da kann man in Herisau ja nicht zurückstehen.

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