Hallenbad: Politischer Prozess startet neu

Die Planungskommission «Neubau Hallenbad Appenzell» und das Planerteam haben die Überarbeitung des Vorprojektes abgeschlossen. Das Resultat ist erfreulich: Das Hallenbad-Projekt wurde weiter optimiert, und die Gesamtkosten konnten auf 23.5 Mio. Franken reduziert werden.

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Das heutige Hallenbad hat nach über 40 Jahren das Ende seines Lebenszyklus erreicht und wird am 15. Dezember dieses Jahres geschlossen. An seiner Stelle soll ein neues Sport- und Wellnesszentrum mit Hallenschwimmbad, Aussenwarmbad, Rutschbahn und Wellnessanlage entstehen.

Nachdem der Kanton, die Bezirke des inneren Landesteils und die Hallenschwimmbad Appenzell AG die nötigen Grundlagen erarbeitet, die Projektorganisation festgelegt und eine Machbarkeitsstudie eingeholt hatten, wurde im September 2012 ein Wettbewerbsverfahren im Sinne eines Studienauftrags durchgeführt. Um für die Kreditvorlagen über eine planerisch und finanziell zuverlässige Grundlage zu verfügen, wurde in der Folge die noch grobe Planstudie der Architekten weiter bearbeitet. Das im Januar 2014 präsentierte Vorprojekt bestätigte die Qualitäten des Projekts von Seilerlinhart. Unerwartet war aber der grössere Bedarf, den die Fachplaner bei der detaillierteren Planung für die technischen Installationen und Räume verlangten. Die Geschossfläche erhöhte sich dadurch um 12%, das Gebäudevolumen um 23%. Als Folge davon wies die Kostenschätzung, bei einer Genauigkeit von +/-15%, Gesamtkosten von 25.7 Mio. Franken aus.

Sofort nach dem Stopp des politischen Prozesses nahm die Planungskommission im Auftrag des politischen Lenkungsausschusses seine Arbeit wieder auf. In intensiver Zusammenarbeit mit dem Planerteam (Architekten und Fachplaner) und zwei zusätzlichen, unabhängigen Fachberatern wurde das Vorprojekt überprüft und überarbeitet. Die beiden neu beigezogenen Fachleute machten bei den Gebäudetechniksystemen verschiedene Synergien aus und nutzten den in der Dimensionierung der Systeme vorhandenen Spielraum. Als Folge der damit erreichten Vereinfachungen konnten die Raumhöhen teilweise wieder reduziert und damit Gebäudevolumen eingespart werden. Mit diesen planerischen und technischen Veränderungen reduzierten sich die Kosten gegenüber dem ersten Vorprojekt deutlich. Vor allem beim Gebäudevolumen (Fr. 1.34 Mio.), bei der Haustechnik (Fr. 370‘000) und bei der Bädertechnik (Fr. 1.18 Mio.) ergaben sich wesentliche Reduktionen. Mit Einsparungen von total Fr. 3 Mio. auf der einen Seite und höheren Rückstellungen für Reserven (neu Fr. 1.3 Mio.) und alle bauherrenseitigen Vorleistungen (neu Fr. 765‘000) auf der anderen Seite ergeben sich neu Gesamtkosten von 23.5 Mio. Franken. Dies bei einer Genauigkeit von +/-7%.

Auf der Basis des neuen Kostenziels von 23.5 Mio. Franken einigten sich der Kanton und die Bezirke des inneren Landesteils auf ein neues Finanzierungskonzept. Der Kanton erhöht seinen A-fonds-perdu-Baukostenbeitrag auf 9 Mio. Franken, der Baukostenbeitrag der fünf Bezirke des inneren Landesteils bleibt bei total 2.5 Mio. Franken. Keine Änderungen ergeben sich auch beim neuen Aktienkapital.

Die Standeskommission hat an ihrer Sitzung vom 2. September die Botschaft und den Landsgemeindebeschluss zuhanden des Grossen Rates verabschiedet. Dieser wird die Kreditvorlage an seiner Session vom 20. Oktober beraten. Stimmen die Landsgemeinde und die Bezirksgemeinden der fünf Bezirke des inneren Landesteils im Frühling 2015 den Vorlagen zu, kann die Realisierung des neuen Hallenbades in Angriff genommen werden. Bei optimalem Verlauf der Planungs- und Bauarbeiten steht ab Ende 2017 ein für alle Generationen attraktives, neues Hallenbad zur Nutzung zur Verfügung.

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