GZAI prüft neue strategische Optionen

Der Projektabbruch «Solviva» im April 2023 machte eine Lagebeurteilung der Strategie des Kantonalen Gesundheitszentrums Appenzell (GZAI) nötig. Die Ausrichtung des Gesundheitszentrums und die Nutzung des ehemaligen Spitalareals sind neu zu beurteilen.

  • Der Verwaltungsrat des Gesundheitszentrums Appenzell (GZAI) wird zwei strategische Optionen betreffend die ambulante Grundversorgung vertieft prüfen. (Archivbild: Hans Ulrich Gantenbein)

    Der Verwaltungsrat des Gesundheitszentrums Appenzell (GZAI) wird zwei strategische Optionen betreffend die ambulante Grundversorgung vertieft prüfen. (Archivbild: Hans Ulrich Gantenbein)

Der Verwaltungsrat des Gesundheitszentrums setzt sich zum Ziel, die ambulante Grundversorgung für die Innerrhoder Bevölkerung nachhaltig zu sichern. Die Standeskommission unterstützt laut Mitteilung vom Freitag den Entscheid des Verwaltungsrates, Optionen zu entwickeln, um die bestehende Strategie des Gesundheitszentrums zu ergänzen. Sie hat an ihrer Sitzung vom 7. November 2023 zu Handen des Verwaltungsrates des Gesundheitszentrums den Auftrag erteilt, die zwei folgenden strategischen Optionen vertieft zu prüfen:

  • Option 1: Sicherung und Ausbau von ambulanten, medizinischen Leistungen in Form einer Gruppenpraxis
  • Option 2: Integrierte Altersversorgung zur Stärkung der Vernetzung und Optimierung der Synergien im Kanton

Unter integrierter Versorgung versteht man die enge und vernetzte Zusammenarbeit unterschiedlicher Akteure in der Gesundheits- und Altersversorgung. «Solche Versorgungslösungen dienen der besseren Bündelung von Kompetenzen. Sie werden in Zukunft an Wichtigkeit zunehmen, weil sich die Wünsche der Kundschaft verändern werden und der Kostendruck steigen wird», heisst es in der Mitteilung der Standeskommission. Und weiter: «In diesem Umfeld wird es entscheidend sein, dass man Synergien zwischen den verschiedenen Dienstleistern optimal nutzen kann.»

Bauliche Veränderungen

Beide Optionen ziehen bauliche Veränderungen nach sich, wie der Meldung der Standeskommission zu entnehmen ist. Dies kann eine umfassende Sanierung bestehender Bauten oder ein Neubau sein. Für die Planung sei zunächst eine Klärung des Raumbedarfs und danach eine Machbarkeitsprüfung durch das Bau- und Umweltdepartement erforderlich», teilt die Innerrhoder Regierung mit. Im Projekt wird der Kanton Appenzell Innerrhoden die Federführung innehaben, eine Zusammenarbeit mit externen Partnern ist aber nicht ausgeschlossen. Die beiden Altersinstitutionen Alpsteeblick und Bürgerheim sind von den strategischen Überlegungen nicht betroffen.

Ziel ist es, zeitnah das künftige Raumprogramm vorzulegen. Nach dessen Prüfung wird die Standeskommission das Bau- und Umweltdepartement beauftragen, eine Machbarkeitsstudie auszuarbeiten. Parallel dazu wird die Arealentwicklung angegangen. Anschliessend können die politischen Prozesse initiiert werden, um das für die baulichen Massnahmen notwendige Landsgemeindegeschäft vorzubereiten.

Lenkungsausschuss und Arbeitsgruppen

Zur weiteren Ausarbeitung der beiden strategischen Optionen wurden ein Lenkungsausschuss und zwei Arbeitsgruppen eingesetzt, die ihre Arbeit umgehend aufnehmen. Der Lenkungsausschuss setzt sich aus Frau Statthalter Monika Rüegg Bless (Vorsitz), Landammann Roland Dähler, Säckelmeister Ruedi Eberle und Mathias Cajochen, Departementssekretär des Gesundheits- und Sozialdepartements, zusammen.

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Kommentare

  1. An diesem Projekt wird doch schon lange geprüft ! Finde es für die Bevölkerung eine absolute Zumutung, unsere Notfallversorgung in Appenzell ! Jetzt müssen zackig Resultate und Taten folgen!

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