Gutes Waldhonigjahr in Aussicht

«Daumen hoch für 2024», meinte der Gastreferent Jakob Künzle, Präsident der Vereins Schweizer Wanderimker anlässlich seines Referates am Kadertag des Imkerverbandes St. Gallen-Appenzell im Landwirtschaftlichen Zentrum Salez.

  • Der Gastreferent Jakob Künzle, Präsident des Vereins Schweizer Wanderimker, schildert seine spannenden Beobachtungen zur Honigtautracht. (Bilder: Lorenz Huber, Gams)

    Der Gastreferent Jakob Künzle, Präsident des Vereins Schweizer Wanderimker, schildert seine spannenden Beobachtungen zur Honigtautracht. (Bilder: Lorenz Huber, Gams)

  • Hans-Peter Hagmann, Präsident des Imkerverbandes St.Gallen-Appenzell, begrüsst zum Weiterbildungsanlass und stellt das Programm vor.

    Hans-Peter Hagmann, Präsident des Imkerverbandes St.Gallen-Appenzell, begrüsst zum Weiterbildungsanlass und stellt das Programm vor.

Teilnehmende am Kadertag sind jeweils die Vorstandsmitglieder sämtlicher 21 Imkervereine aus den Kantonen St. Gallen und beiden Appenzell. Unter der Leitung des Präsidenten Hans-Peter Hagmann war der Vormittag für allgemeine Themen reserviert. So gab es etwa Ausführungen zur Bienengesundheit, aber auch zur Asiatischen Hornisse – eine invasive Art, welche sich auch in der Schweiz zusehends auszubreiten beginnt. Es ist davon auszugehen, dass sich dieser Bienenschädling im Jahr 2024 auch im Kanton St. Gallen ansiedeln wird.

Bienen als «Leibspeise»

Ein Volk der Asiatischen Hornisse vertilgt Schätzungen zufolge pro Jahr rund 11 Kilogramm Insekten, das entspricht etwa 100’000 Individuen. Vorwiegend sind dies Honigbienen. Die Asiatische Hornisse verschmäht aber auch andere Insekten, wie etwa Wildbienen, nicht. «Wir werden die Verbreitung dieses Bienenschädlings nicht aufhalten können. Es gilt aber, ihn möglichst einzudämmen und die Nester besonders im Herbst zu eliminieren», meinte Emil Breitenmoser vom Bienengesundheitsdienst Schweiz. Ein kalter Winter könnte zusätzlich mithelfen. Dadurch würden weniger Königinnen überleben, die dann im Frühling ein neues Volk gründen würden. Trotz aller Anstrengungen wird aber eine weitere Verbreitung der Asiatischen Hornisse nicht aufzuhalten sein. Es wird prognostiziert, dass sie in spätestens 80 Jahren den ganzen europäischen Kontinent besiedeln wird.

Blütenhonig oder Waldhonig

Über die Bedeutung der Honigtau-Erzeuger referierte am Nachmittag Jakob Künzle. Ist vom Bienenhonig die Rede, so wird grundsätzlich unterschieden zwischen dem Blütenhonig und dem Waldhonig. Beim Blütenhonig sammeln die Bienen den Nektar der Blüten. Im Gegensatz dazu ist der Waldhonig, oder auch Honigtauhonig genannt, eine zuckerhaltige Substanz, die von rindensaugenden Insekten bei ihrer Ernährung als Tropfen ausgeschieden wird. Dieses Sekret nehmen die Bienen auf und reichern es mit eigenen Enzymen an. Bedeutende Honigtauerzeuger sind beispielsweise die Rotbraunbepuderte Fichtenrindenlaus, die Grosse Schwarze Fichtenrindenlaus oder die Grüngestreifte Tannenhoniglaus. Der Honigtauhonig wird als Waldhonig bezeichnet, weil sich die verschiedenen Lauspopulationen vor allem an Waldbäumen, wie Fichten und Tannen ansiedeln.

Die Natur liefert Hinweise

«Um als Imkerin oder als Imker die Waldtracht tatsächlich ausnützen zu können, bedarf es einer guten und intensiven Beobachtung der Natur. Ich bin deshalb fast übers ganze Jahr häufig an den Waldrändern und in den Wäldern anzutreffen», erklärte Jakob Künzle. So ist denn auch lange nicht in jedem Jahr eine ergiebige Waldtracht zu erwarten. Einem guten Waldhonigjahr folge in der Regel immer ein Fehljahr. Die Vermehrungsbedingungen der Honigtauerzeuger hänge dabei von vielen Faktoren ab. Einer davon ist auch das Wetter. «Meine Beobachtungen in diesen Herbst lassen mich aber zuversichtlich stimmen, dass es auch im nächsten Jahr wiederum zu einer guten Waldtracht kommen könnte. Ob es tatsächlich eintrifft, das werden wir dann sehen», beantwortete Jakob Künzle eine Frage aus der anwesenden Imkerschaft.

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  • (Symbolbild: fotolia)

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