Grosse Mendlekommission passt Strukturen vorläufig nicht an

Die Zentralmendle ist von einer allfälligen Fusion der Bezirke Schwende und Rüte nicht betroffen. Ebenso beschloss die Grosse Mendlekommission, dass von einer Anpassung der Strukturen der Zentralmendle derzeit abgesehen wird. Die Jahresrechnung schloss wegen der Sanierung der Flurstrasse Schäfle-Möser mit roten Zahlen ab.

  • Die Strukturen der Mendle werden derzeit nicht angepasst. (Bild: Claudia Manser)

    Die Strukturen der Mendle werden derzeit nicht angepasst. (Bild: Claudia Manser)

Am 11. April tagte die Grosse Mendlekommission im Restaurant Rössli in Brülisau. Der Präsident Daniel Fässler sagte mit Blick auf einen möglichen Zusammenschluss der Bezirke Schwende und Rüte in seiner Begrüssung: «Dies ist nach 2015, als die Versammlung im Alten Bild stattfand, wieder das erste Mal, dass sich die Grosse Mendlekommission im Bezirk Rüte trifft. Heute ist es vielleicht das letzte Mal.»

Überprüfung der Strukturen

Im letzten Jahr wurde die Zentralmendlekommission beauftragt, die Folgen des möglichen Zusammenschlusses der Bezirke Schwende und Rüte für die Korporation Mendle sowie generell die bestehenden Strukturen zu überprüfen. Anfangs Januar hat sich die Zentralmendlekommission an einer ganztätigen Klausursitzung mit dem Thema «Strukturen» befasst. In einem umfassenden Bericht wurden unter Berücksichtigung der geplanten Fusion der Bezirke Schwende und Rüte verschiedene Optionen geprüft. Der Untersuchungsbericht kommt zum Schluss, dass eine Zusammenlegung der Bezirksmendlen Schwende und Rüte zwei separate übereinstimmende Beschlüsse der betroffenen Mendlegemeinden voraussetzen würde. Die beiden Bezirksmendlen könnten gemäss den Statuten jedoch auch unter einem neuen Bezirk Schwende-Rüte bestehen bleiben. Als gemeinsame Haltung der Bezirksmendlen Schwende und Rüte wurde festgehalten, dass eine Fusion der beiden Bezirksmendlen grundsätzlich sinnvoll wäre, dass aber keine zeitliche Dringlichkeit bestehe.
Im Weiteren befasst sich der Untersuchungsbericht mit der Option einer vollständigen Aufhebung der Bezirksmendlen. Als Folge davon würde die Korporation Mendle als Ganzes verwaltet. Das Eigentum an den Siedlungsbauten würde an die Zentralmendle übertragen, welche als Folge sämtliche Mendleliegenschaften zu verwalten hätte. Die Analyse dieser grundsätzlichen Strukturänderung ergab verschiedene Vor- und Nachteile. Zudem hat die Zentralmendlekommission verschiedene offene Fragen identifiziert, die sich bei einer solchen Strukturänderung stellen würden. Die Grosse Mendlekommission kam in ihrer Güterabwägung zum Schluss, dass von einer Anpassung der Strukturen mit der Aufhebung der Bezirksmendlen derzeit abgesehen werden solle.

Sanierung sorgt für Minus

Das Protokoll der letztjährigen Versammlung und der fundierte Jahresbericht passierten diskussionslos. Die Sanierung der Flurstrasse Schäfle-Möser konnte zwischenzeitlich abgeschlossen werden. Die definitive Schlussabrechnung ist noch ausstehend; der auf die Mendle entfallende Kostenteil von 137’702 Franken wurde bereits bezahlt. Die Bezirksmendlen Gonten, Schlatt-Haslen und Appenzell hatten gesamthaft 27’000 Franken zu übernehmen. Die Kosten der Sanierung waren denn auch der Grund, weshalb die Jahresrechnung 2021 mit einem zünftigen Rückschlag abschloss. Bereits letztes Jahr wurden je 5000 Franken an die fünf Bezirksmendleverwaltungen ausbezahlt. Der Antrag, auch für das laufende Jahr zu Lasten der Rechnung 2022 wiederum eine Auszahlung von 5000 Franken an die Bezirksmendleverwaltungen, mithin 25’000 Franken vorzunehmen, wurde diskussionslos gutgeheissen.

Die Zentralmendlekommission setzt sich gemäss den Statuten aus den Präsidenten der fünf Bezirksmendlekommissionen und aus dem Präsidenten zusammen, der nicht gleichzeitig Mitglied einer Bezirksmendlekommission sein darf. «Meine fünf Kollegen in der Zentralmendlekommission sind also von Amtes wegen gewählt. Der Präsident muss aber jedes Jahr gewählt werden. Für dieses Geschäft übergebe ich das Wort an Landeshauptmann Stefan Müller», so der Präsident. Die Wiederwahl von Ständerat Daniel Fässler erfolgte einstimmig – oder wie es Stefan Müller nannte: «Unser Präsident setzt sich mit Herzblut für die Mendle ein.» Daniel Fässler seinerseits zollte seinen fünf Kollegen in der Zentralmendlekommission Respekt: «Wir sind ein effizientes Leitungsorgan, das die anstehenden Themen zielgerichtet und kameradschaftlich erledigt. Wir weichen aber den nötigen Diskussionen nicht aus. Denn immer sind wir nicht gleicher Meinung. Das ist auch gut so. Aber wir haben alle das gleiche Ziel: Dort, wo heute die Sache gut ist, wollen wir die Mendle pflegen und erhalten, wie sie ist. Dort, wo es etwas Neues zu prüfen oder zu machen gibt, verschliessen wir die Augen nicht.»

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