«Gott preisen und Dank sagen»

Am Montag fand die Abschiedsfeier für den früheren Bischof Ivo Fürer in der Kathedrale St.Gallen statt. Er war vergangene Woche im 93. Lebensjahr verstorben.

  • Einsegnung des Sarges durch Bischof Markus Büchel. (Bild: zVg/Regina Kühne)

    Einsegnung des Sarges durch Bischof Markus Büchel. (Bild: zVg/Regina Kühne)

Nebst der Familie und der grossen Gottesdienstgemeinde begleiteten ihn Bischöfe aus dem In und Ausland, Mitglieder des Domkapitels, Priester, Diakone, Seelsorgerinnen und Seelsorger auf seinem letzten irdischen Weg; er wurde in der Otmarskrypta, der Grablegung der St.Galler Bischöfe, beigesetzt.

Besonders gefreut hätte sich Ivo Fürer, dass ein sehr guter alter Freund, Alois Kothgasser, em. Erzbischof von Salzburg, an der Feier teilnahm. Konzelebranten waren der Präsident der Schweizer Bischofskonferenz (SBK), Bischof Felix Gmür, weitere Vertreter der SBK, der Abt von Einsiedeln Urban Federer, sein Vorgänger Pater Martin Werlen, Paul Hinder, em. Bischof von Arabien, und diverse weitere Äbte und Ordensleute aus dem In- und Ausland. Während der gesamten Feier war spürbar, dass ein Kirchenmann verstorben ist, der tiefe Spuren hinterlassen hat, der ein Netzwerker und Diplomat war und der vor allem als Mensch in Kirche und Gesellschaft sehr geschätzt wurde. Zum Abschied gekommen waren auch Vertreterinnen und Vertreter aus der Politik, anderen Konfessionen und Religionen.

Bischof Markus Büchel begann die Predigt mit zwei Worten, die seinem Vorgänger immer sehr wichtig gewesen waren: «Gott preisen und Dank sagen». Er würdigte Ivo Fürer als feinfühligen Menschen, europäischen Netzwerker, weltoffenen Priester und Theologen und als weitsichtigen Bischof. «Es ist ein Geschenk, dass ich als Nachfolger das gute Werk meines Vorgängers mit Überzeugung weiterführen kann», sagte Markus Büchel. Er zitierte aus der Bergpredigt, die als Evangelientext gelesen worden war: «Selig die Trauernden, denn sie werden getröstet werden». Abschiednehmen sei immer mit Schmerz verbunden, auch Ivo Fürer hatte diesen Schmerz erlebt, als sein jüngster Bruder Norbert vor wenigen Jahren starb oder seine guten Freunde Kardinal und Erzbischof Carlo Maria Martini (Mailand) und Erzbischof Aldo Giordano, sein Nachfolger als Generalsekretär des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen, CCEE, St.Gallen.

«Bischof Ivo war ein Mensch mit ausserordentlichen Gaben und Fähigkeiten – er hat sie auf allen Ebenen eingesetzt», betonte Markus Büchel. «Erfolg machte ihn aber nicht überheblich und stolz, er teilte ihn in Freundschaft und froher Gemeinschaft und er wusste, dass das Wesentliche Geschenk und Gnade ist». Vor Gott sei Bischof Ivo Fürer arm und bescheiden geblieben – und allen Menschen gegenüber dankbar. «Bischof Ivo, so halten wir Dich in Erinnerung und bleiben mit Dir verbunden. Gott schenke Dir die Fülle des Lebens in seiner Barmherzigkeit und Liebe».

Nach der Eucharistiefeier folgte die Einsegnung des Sarges. Der Leib in dem wir leben ist – so sagt der Apostel Paulus – ein Tempel des Heiligen Geistes. In diesem Leib hat auch Ivo Fürer gelebt, geliebt, sich gefreut und in den letzten Jahren seiner Parkinson-Erkrankung auch gelitten. «Über diesem Leib, der während des Abschieds ein letztes Mal in unserer Mitte ist, bitten wir um Gottes Segen», mit diesen Worten leitete Dompfarrer Beat Grögli die eigentliche Bestattung ein. Begleitet vom Gesang «O pie Jesu» wurde der Sarg mit Bischof Ivo Fürer in die Otmarskrypta gebracht und dort beigesetzt, wie die neun St.Galler Bischöfe vor ihm. Zuletzt beteten die Zelebranten in der Krypta und das Volk in der Kathedrale noch einmal für den Verstorbenen: «Herr, gib unserem Bischof Ivo Fürer und allen Verstorbenen das ewige Leben. Und das Ewige Licht leuchte ihnen. Lass sie leben in deinem Frieden».

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