«Gmuured» – Installation der Appenzeller Kunststudentin Eliane Kölbener

Im Museum Appenzell ist die Installation «Gmuured» (Gemauert) der Appenzeller Kunststudentin Eliane Kölbener zu sehen ist. Die Arbeit setzt sich auf mehreren Ebenen mit dem Handwerk des Trockenmauerns auf dem Schäfler auseinander.

  • Eliane Kölbener (Bild: zVg.)

    Eliane Kölbener (Bild: zVg.)

Die Installation spürt zum einen den Südtiroler Saisonarbeiter nach, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf dem Schäfler eine Trockenmauer errichtet haben. Damit legten die Gastarbeiter im wahrsten Sinne des Wortes den Grundstein für den späteren Bau des Gashauses im Jahr 1915 und die touristische Erschliessung des Schäflers. Zum anderen begleitete Kölbener mit ihrer analogen Kleinbildkamera Zivildienstleistende, die 2018 und 2019 am gleichen Ort Trockenmauern renovierten und dadurch das traditionelle Handwerk der Gastarbeiter weiterführten.

Die so entstandenen Fotos erzählen von einem ursprünglichen Handwerk, das bis heute ausgeübt wird. Sie schlagen eine Brücke zu den damaligen Saisonarbeitern, die die Mauern vor über 100 Jahren angelegt haben. Die Namen der unbekannten Gastarbeiter sowie weitere Angaben hat Kölbener in den sogenannten Fremdenregistern Appenzell Innerrhodens aufgespürt und sie in einer eigenen Liste zusammengetragen. Dabei hält sie sich inhaltlich und gestalerisch an die historischen Quellen und verleiht den in Vergessenheit gerateten Fremdarbeitern eine Sichtbarkeit.

Die Appenzellerin Eliane Kölbener (*1994) studiert bei Wigger Bierma an der HFBK Hamburg (Hochschule für Bildende Künste) im Studienschwerpunkt Grafik/Typografie/Fotografie.

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