GFI war rund um den Gotthard unterwegs

Der thematische Bogen des Jahresausflugs der Gruppe für Innerrhoden (GFI) am Wochenende vom 18. bis 20. August spannte sich von der Gründung der Eidgenossenschaft bis in die Zukunft. Im Mittelpunkt stand der Einblick in die Arbeiten an der zweiten Röhre des Gotthard-Strassentunnels.

  • Die Gäste aus Innerrhoden mit Ingenieurin Nicole Kölbener vor dem Eingang des Sondier- und späteren Servicestollens für die zweite Strassenröhre am Gotthard. (Bild: zVg / Sepp Kölbener)

    Die Gäste aus Innerrhoden mit Ingenieurin Nicole Kölbener vor dem Eingang des Sondier- und späteren Servicestollens für die zweite Strassenröhre am Gotthard. (Bild: zVg / Sepp Kölbener)

Empfangen wurde die Delegation aus Innerrhoden am Freitagvormittag, 18. August, in Altdorf durch GFI-Gründungsmitglied Herbert Raess. Er führte durch den Urner Wakkerpreis-Hauptort, vom Tell-Denkmal bis zum ersten Kapuzinerkloster nördlich der Alpen. Gestärkt durch ein feines Mittagessen zubereitet durch Gattin Prisca, ging es mit Bahn und Postauto Richtung Gotthard-Hospiz. 

Ein unvorhergesehener dreistündiger Aufenthalt in Andermatt erlaubte einen Augenschein in Sawiris neuem Tourismus-Resort und im historischen Dorf. Ein ähnliches Projekt ist ja in Appenzell Innerrhoden und speziell für die Gontnerinnen und Gontner nicht inaktuell. Die massiven Investitionen auf engstem Raum beeindrucken und werfen zugleich Fragen verschiedener Art auf.

Gotthard – Mythos und Blick nach vorn

Der Gotthard als Alpenübergang und strategische Bastion mitten in der Schweiz und im Herzen Europas regt zum historischen Rückblick und Nachdenken an. Die Besichtigung eines Teils der gewaltigen weitläufigen Festungsanlagen im 10 Grad kalten Berginnern unter Leitung von Geschützmechaniker Toni Kölbener erinnerte an den Unabhängigkeits- und Freiheitswillen der Schweiz im Zweiten Weltkrieg. Die GFI reihte sich spontan als Sponsor ein in den aufwendigen Unterhalt eines Meters des diskreten Zeugen aus sehr schwieriger Zeit.

Unübersehbar sind die fünf mächtigen Windräder auf der Passhöhe. Sie rücken die heutigen Herausforderungen der Schweiz und die Konflikte in einer einzigartigen, ja mythischen Landschaft ins Bewusstsein.

Bellinzona setzte einen weiteren Akzent mit seinen Verteidigungsanlagen von Unesco-Weltkultur-Status der Mailänder Herzöge gegen die Expansionsgelüste der Urschweizer. Die Eidgenossen obsiegten schliesslich und stiessen Richtung Po-Ebene vor – mit bis heute in der Neutralität nachwirkenden Folgen nach der Niederlage bei Marignano. Im Freiluft-Grotto auf der zentralen Höhenburg Castelgrande genoss die GFI-Gruppe das südliche Ambiente der Tessiner Hauptstadt.

Auf dem Monte Generoso

Den Sonntag krönte ein Ausflug mit der von Migros-Gründer Gottlieb Duttweiler 1941 geretteten Zahnradbahn auf den legendären Monte Generoso. Das neue Gipfelgebäude «Die Blume» des weltbekannten Tessiner Stararchitekten Mario Botta blickt als moderner Leuchtturm in die vielteilige Welt von Bergen und Seen am südlichen Abhang des Gotthardmassivs mit deutlich tropischerem Klima, als wir Ostschweizer gewohnt sind. Die Reiseteilnehmer liessen sich denn auch gerne mit Postauto und Bahn aus der brütenden Hitze des Tessins über den San Bernardino und Chur wieder in kühlere, heimatliche Gefilde befördern.

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