Gewitterwolken über der «stääg»

Vereinsvorstand erwägt rechtliche Schritte gegen die neuen Pauschaltarife zur Abgeltung der Leistungen der Behinderteneinrichtung.

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Der Vorstand des Trägervereins der Appenzeller Behinderteninstitution «stääg» befürchtet aufgrund des neuen Finanzierungssystems durch den Kanton künftig eine nachhaltige Unterfinanzierung. Kantonsbeiträge und Pensionstaxen ergeben zusammen die leistungsorientierte pauschale Abgeltung, mit der seit diesem Jahr die Betreuung von behinderten Erwachsenen in der «stääg» bezahlt wird. Sie wurde von der Ostschweizer Sozialdirektorenkonferenz als Benchmark (Vergleich der Institutionen und Kostenstrukturen in der Region) festgelegt. Bis und mit 2014 bezahlte der Kanton das Defizit der Einrichtung. Der Vorstand des Trägervereins sprach von Gewitterwolken, falschen Versprechungen, unhaltbarer Ungewissheit – denn mit den neuen Tarifen könnten die Kosten nicht gedeckt werden, geschweige denn das Angebot wie gewünscht ausgebaut werden. «Mit den neuen Tarifen können wir unsere Betreuungs- und Infrastrukturkosten bei weitem nicht decken», sagte Jakob Signer. Er rechnet für das Jahr 2015 mit einem Defizit von über 300 000 Franken. Gründe dafür sind neben dem neuen Finanzierungsmodell auch die um 450 000 Franken gestiegenen Kosten aufgrund der – gewünschten – Verstärkung der fachlichen Führung und der Betreuungsqualität und wegen der Umstellung auf den 365 Tage-Betrieb. Deshalb will er dagegen Rekurs einlegen. An der 32. Generalversammlung vom Donnerstag nahm Frau Statthalter Antonia Fässler zum bemängelten Finanzierungssystem Stellung. Der Kanton gebe nun den finanziellen Rahmen vor, in dem sich die „stääg“ unternehmerisch bewegen könne, erklärte sie. Der neue Abgeltungsmodus sei keine Sparübung des Kantons, sondern ein Instrument zur Kostensteuerung.
An der GV der «stääg» verabschiedete sich Fefi Sutter aus dem Vereinsvorstand. Lukas Enzler wurde von den 48 Stimmberechtigten einstimmig als neuer Vizepräsident und Kassier gewählt. Die Versammlung genehmigte ausserdem die Jahresrechnung 2014, die mit einem Gewinn von 7063 Fr. schliesst, und das Budget 2015 ohne Wortmeldungen.

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