Gekreuzt werden soll im Boden

Der Zug könnte in zehn bis 15 Jahren durch einen Tunnel fahren, und die Haltestelle Stofel käme unterirdisch zu liegen: Die Gemeinde Teufen orientierte im Lindensaal über den aktuellen Stand des Vorprojekts «Ortsdurchfahrt». In finanzieller Hinsicht ist noch vieles unklar. Eine Abstimmung wird möglicherweise 2026 stattfinden.

  • Sie informierten: Werner Kalunder (Projektleiter Pini Gruppe ), Thomas Baumgartner (Direktor Appenzeller Bahnen), Florin Scherrer (externer Berater), Urs Spielmann (Gemeinderat Teufen) und Reto Altherr (Gemeindepräsident Teufen, von links). (Bild: Lukas Pfiffner)

    Sie informierten: Werner Kalunder (Projektleiter Pini Gruppe ), Thomas Baumgartner (Direktor Appenzeller Bahnen), Florin Scherrer (externer Berater), Urs Spielmann (Gemeinderat Teufen) und Reto Altherr (Gemeindepräsident Teufen, von links). (Bild: Lukas Pfiffner)

  • Blick Richtung St.Gallen in der «Eggli»-Kurve. (Visualisierungen: zVg/Pini Gruppe AG)

    Blick Richtung St.Gallen in der «Eggli»-Kurve. (Visualisierungen: zVg/Pini Gruppe AG)

  • So könnte der tiefergelegte und versetzte Bahnhof Teufen einmal aussehen. (Visualisierungen: zVg/Pini Gruppe AG)

    So könnte der tiefergelegte und versetzte Bahnhof Teufen einmal aussehen. (Visualisierungen: zVg/Pini Gruppe AG)

  • Die zwei Zugänge (mit Lift) zur unterirdischen Haltestelle Stofel liegen auf verschiedenen Strassenseiten. (Visualisierungen: zVg/Pini Gruppe AG)

    Die zwei Zugänge (mit Lift) zur unterirdischen Haltestelle Stofel liegen auf verschiedenen Strassenseiten. (Visualisierungen: zVg/Pini Gruppe AG)

Teufens Gemeindepräsident Reto Altherr sagte: «Ihnen als Einwohnerin und Einwohner kommt die Zeit seit den Abstimmungen von 2022 wohl sehr lange vor. Für die im Projekt involvierten Leute ist die Zeit dagegen wie im Flug vergangen.» Damals war eine Volksinitiative für eine Abstimmung über einen Bahntunnel zwischen Bahnhof und Stofel ebenso angenommen worden wie vier Monate später der Projektierungskredit für die Planung des Tunnels, einer Kreuzungsstelle zwischen Stofel und Sternen sowie der entsprechenden Strassensanierung. Nun informierten die Verantwortlichen transparent und ausführlich.

Beim Eggli-Rank nach oben

Werner Kalunder (Projektleiter Pini Gruppe AG) stellte den rund 150 Personen im Lindensaal das Vorprojekt vor. «Wir haben alles genau gerechnet und Varianten geprüft. Wir wissen nun zum Beispiel, wo die Gleise hinkämen. Und wir wissen, dass das Ganze baulich machbar ist.» Man befinde sich aber erst auf der Stufe Machbarkeit. Der Einspurtunnel vom Bahnhof Teufen bis zur Haltestelle Stofel misst 750 Meter. Dort liegt unterirdisch die notwendige Kreuzungsstelle. Die folgende Rampe ist rund 250 Meter lang. Der Zug kommt beim Eggli-Rank wieder an die Oberfläche. Der Bahnhof Teufen wird leicht versetzt und um vier bis fünf Meter tiefer gelegt. Kalunder: «Wir müssen mit dem Tunnel unter den Häusern auf der anderen Seite der Speicherstrasse durchkommen.» Man könne nicht steil zum heutigen Trassee des Bahnhofs fahren.

Wie viel zahlt das Bundesamt?

Die Kostenschätzung der schon länger vorliegenden Variante Doppelspur beträgt 60 Millionen Franken. Die Gesamtkosten des neuen Projekts bewegen sich im dreistelligen Millionenbereich – bei Plus- oder Minus-Schwankungen von bis zu 30 Prozent. Gemeinderat Urs Spielmann erläuterte, dass verlässliche Angaben deshalb noch nicht möglich seien. Im Prinzip müsste Teufen die Differenz zwischen dem vom Bundesamt für Verkehr (BAV) favorisierten Projekt und der gleichwertigen Alternative bezahlen. Während der Verhandlungen habe das BAV zugesichert, wenigstens einen Teil der Differenz zu übernehmen; der Betrag ist unbekannt. «Für die Gemeinde könnten die Kosten bei 10 oder 70 Millionen liegen.» Spielmann zeigte in verschiedenen Modellen, wie hoch die jährliche Belastung für die Gemeinde sein könnte; je nach Kredithöhe, Rückzahlungsdauer und Zinssatz des Fremdkapitals. Die Bandbreite der Szenarien reichte von rund 900 000 Franken bis 4,6 Millionen Franken.

Florin Scherrer (externer Berater Raum- und Verkehrsplanung) informierte über das weitere Vorgehen. «Die Pläne und Bilder sehen schön aus. Aber die Detailarbeit kommt erst jetzt.» Als nächste Herausforderungen nannte er die Umweltverträglichkeitsprüfung, den Landerwerb, die Frage nach den Deponiestandorten oder die Einschränkungen während der Bauzeit. Als «ambitionierten» Abstimmungstermin nannte er 2026.

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