Freude über geglückten Neustart im «Sonneblick»

Im kürzlich erschienenen 89. Jahresbericht der Stiftung Sonneblick Walzenhausen wird die Freude überdeutlich, dass es gelungen ist, wieder Leben in die Häuser hoch über dem Bodensee einkehren zu lassen, nachdem sehr viel Zeit und Geduld notwendig gewesen waren, die seit langem geplante Neuausrichtung als Asylzentrum Realität werden zu lassen.

  • Zentrumsleiterin Ines Hausser, Stellvertreterin Monika Fehr und Mitarbeiter Eugenio Biasco (von links) anlässlich der symbolischen Schlüsselübergabe für das Asylzentrum Sonneblick. (Bild: pd)

    Zentrumsleiterin Ines Hausser, Stellvertreterin Monika Fehr und Mitarbeiter Eugenio Biasco (von links) anlässlich der symbolischen Schlüsselübergabe für das Asylzentrum Sonneblick. (Bild: pd)

Nachdem das Bundesgericht im April 2020 auch die letzte Einsprache gegen die Umnutzung abgewiesen hatte und schliesslich noch eine Einigung mit einem Rekurrenten gegen die Baubewilligung der Gemeinde erzielt worden war, konnte am 22. Februar 2021, mitten in der Pandemiezeit, das von Appenzell Ausserrhoden dringend benötigte Asylzentrum mit Integrationscharakter nach nur kurzen Vorbereitungsarbeiten in bescheidenem internen Rahmen eröffnet werden. Seither ist es erstaunlich ruhig um das zuvor so hartnäckig bekämpfte Zentrum geblieben, wie dem Jahresbericht der Stiftung unter dem Titel «Geglückter Neustart» zu entnehmen ist.

«Sonneblick-Geist stets spürbar»

In einem der beiden Schwerpunktthemen betont Marco Kuhn, der im Kanton im Departement Gesundheit und Soziales direkt für das Asylzentrum zuständig ist, der seit der Gründung durch Flüchtlingspfarrer Paul Vogt so viel beschworene positive Sonneblick-Geist sei weiterhin «stets spürbar». Die mit Betriebsbeginn durchgeführten «runden Tische» für die Anwohnenden beziehungsweise die Behörden, seien seines Erachtens keineswegs «Alibiübungen», sondern für das gegenseitige Kennenlernen und das Besprechen aktueller Fragen, sehr bedeutsame Austauschgremien. So konnte zum Beispiel die im Zusammenhang mit der schliesslich überraschend frühen Betriebsaufnahme bemängelte Kommunikation ausdiskutiert werden.

Bestens für Asylzwecke geeignet

Im zweiten Beitrag äussert sich Zentrumsleiterin Ines Hausser, der Sonneblick sei bestens für den Zweck der Unterbringung von Asylsuchenden mit guten Bleibeperspektiven für die Integrations-Vorbereitung zur Verteilung auf die Gemeinden geeignet. Das Zentrum beherbergt überwiegend Familien mit Kindern. Ende 2021 waren 63 Asylsuchende aus 17 verschiedenen Nationen im Sonneblick untergebracht, womit der Platz knapp genügt. Fast das gesamte 20-köpfige Personal konnte von der Landegg, deren Betriebsbewilligung abgelaufen war, übernommen werden und führte auch die anspruchsvolle Züglete durch.

Annina Policante neue Stiftungsrätin

Im 15-köpfigen Stiftungsrat gab es eine Mutation, indem die seit 15 Jahren engagiert in diesem Gremium tätige Margrit Eggenberger (Grabs) als Vertreterin der st.gallischen Landeskirche durch Kirchenrätin Annina Policante (St.Gallen) ersetzt wurde. Damit könne der direkte Draht zur kantonalen Kirche des Nachbarkantons weiter bestehen blieben, freut sich Stiftungsratspräsident Fredi Züst. Der auch nach seiner Pensionierung in einem Teilpensum tätige Geschäftsleiter Adrian Keller, der sein Büro nun im Dorf eingerichtet hat, berichtet im Jahresbericht unter anderem, dass noch im Sonneblick eingelagerte Akten der Stiftung ins Ausserrhoder Staatsarchiv in Herisau überführt wurden.

Erfreuliche Finanzen

In der Erfolgsrechnung des Betriebsjahrs resultierte ein Verlust von knapp 100’000 Franken. Im Unterhalt ist allerdings der im Mietvertrag vorgesehene Kostenanteil der Stiftung an die Umbaukosten enthalten und zusätzliche 200’000 Franken wurden aktiviert. Überdies wurden 50’000 Franken abgeschrieben. In der Stiftungsrechnung konnten 11’000 Franken Spenden sowie ein unerwartetes Legat von fast 55’000 Franken aus dem Nachlass von Ursula M. Steiger verbucht werden. Das Stiftungskapital beträgt nun gegen 760’000 Franken und das Eigenkapital weist erfreuliche knapp 1,13 Millionen Franken aus, wie dem Bericht von Quästor Clemens Wick entnommen werden kann.

Wieder einmal ein Jahresfest

Das infolge der Corona-Pandemie zwei Jahre ausgefallene traditionelle Jahresfest wird am Flüchtlingssamstag, 18. Juni, gefeiert und mit dem «Tag der offenen Tür» des Asylzentrums zusammengelegt, der schon längst von den Behörden versprochen war, aber ebenfalls pandemiebedingt lange nicht organisiert werden konnte.

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