Filetbraten auf 1087 Meter über Meer

Die Appenzeller feierten am 25. Juni dieses Jahres für einmal nicht «500 Jahre Zugehörigkeit zur Eidgenossenschaft» sondern die Erfolge ihrer frischgebackenen Fleischfachleute.

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Souverän führte der Appenzeller Chef­ex­perten-Obmann Markus Wetter unter den wachsamen Augen seines Verbands-Präsidenten Peter Sturzenegger vor 60 Anwesenden auf dem «Sitz» bei Schwellbrunn durch die Lehrabschlussfeier. Diesmal trafen sich auf 1087 m über Meer AbsolventInnen, Experten, Lehrmeister und Angehörige zum ersten provisorischen Schlusspunkt der Berufsausbildung. Die meisten Innerrhoder waren – wie übrigens der Schreibende ebenfalls – zum ersten Mal an diesem idyllischen Ort. Einzelne meinten zu Recht, dass das perfekt wirtende Gasthaus einen weit besseren Bekanntheitsgrad verdient hätte.
Wetter gab bis ins Detail statistische Erkenntnisse zum Besten. Elf Kandidaten insgesamt waren angetreten. Bestanden haben acht Fleischfachleute und zwei Fleischfachassistenten. Die Assistenten wurden natürlich vom Obmann unter allerlei handfesten Ratschlägen zum Weitermachen ermutigt.
Im Gegensatz zum letzten Jahr war diesmal die Geschlechterverteilung wieder näher beim Branchenüblichen: Sechs Burschen zu vier Mädchen, war das Verhältnis. Einige erinnern sich vielleicht an den grossen Frauenanteil noch im letzten Jahr. Wetter schrieb es auch dem veränderten Geschlechteranteil zu, dass diesmal die allgemeinbildenden Fächer nur einen knapp überirdischen Notenschnitt erzielten.  
Die beste Note für die praktische Arbeit mit 5.7 erzielte Samuel Friedel, der bei Peter Signer in Schönengrund lernte. Die beste Gesamtnote errang Jasmin Brülis­auer mit 5.3. Sie wurde deshalb auch mit einem Appenzeller Kunstwerk von Gret Zellweger für ihre herausragenden Leistungen geehrt. Ihr Lehrmeister Philipp Fässler registrierte dies mit sichtbarer Genugtuung. Der Obmann feuerte die Jugend noch einmal an, sich in der Branche mit Innovationskraft den Herausforderungen zu stellen und in jedem Fall eine Zukunft als Unternehmer und nicht als Unterlasser anzustreben.
Zum Abschluss der Feier erscholl das Metzgerlied aus über 60 Kehlen, und alle neun Strophen wurden mit Inbrunst zum Besten gegeben.
Kulinarischer Höhepunkt war der Filetbraten, den es so wohl nur in dieser Gegend geben kann. Brät umschliesst ein Filet, gerade so wie der Kanton St. Gallen das Appenzellerland. Das Ergebnis war auf alle Fälle sehr lecker. Die schmucken Lehrabgänger, unter ihnen auch der Medienstar Jenny Preisig, konnten sich zu später Stunde reich beschenkt unter wohlwollendem Wetterleuchten aus der luftigen Höhe wieder dem Talgrund alles Irdischen zuwenden. Die erfolgreichen Absolventen sind: Sämi Nef, Karin Frick, Dominik Zeller, Jenny Preisig, Jasmin Brülisauer, Samuel Friedel, Christian Koch, Flavio Casani, Simona Inauen und Rodthong Khitnarong.

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