Fest mit traditionellen Noten für Raschle

Mit einem Fest, das ganz nach dem Gusto von Walter Raschle war, feierte die Gemeinde Schwellbrunn ihren Gemeindepräsidenten, der zum Ausserrhoder Kantonsratspräsidenten gewählt wurde. Nach einem eng getakteten offiziellen Teil genossen die rund 160 Anwesenden ein Nachtessen, aber auch spontan angestimmte Zäuerli.

Grosse Freude in Schwellbrunn: Nach über sechs Jahrzehnten hat das höchstgelegene Ausserrhoder Dorf mit Walter Raschle-Frischknecht wieder einmal einen Kantonsratspräsidenten. Raschles Vorgänger war Wirt und Koch Walter Bleiker (1915 − 1997), dem die Ehre im Amtsjahr 1960/61 zufiel. Vor Raschle und Bleiker durfte sich im Amtsjahr 1905/06 auch der Schwellbrunner Johannes Stricker (1865 − 1918) «höchster Ausserrhoder» nennen.

Dem Apéro vor der Mehrzweckanlage folgte in der Halle ein strammes Programm mit musikalischer, gesanglicher und sportlicher Unterhaltung sowie Ansprachen. Zudem wurden Gratulationsbotschaften mehrerer Persönlichkeiten aus der nationalen (Landwirtschafts- und Bundes-)Politik und von Hanspeter Krüsi, dem Kommunikationsverantwortlichen der St. Galler Kantonspolizei eingespielt. Dieser brachte nach polizeilicher Recherche aus, dass Raschle eigentlich kein Ausserrhoder ist, sondern seine Wurzeln im st. gallischen Neckertal hat.

Appenzeller Fahne ohne V und R

Als Moderator wirkte alt Gemeindepräsident Ueli Frischknecht. Er war bis zum 31. Mai 2024 im Amt , das er an Raschle weitergeben durfte. Zwar weilte auch der designierte Innerrhoder Grossratspräsident Albert Sutter, der am 24. Juni 2024 ins Amt gehoben werden soll,  ebenfalls unter den Gästen, doch Frischknecht übernahm keine Verantwortung dafür, dass nebst der Schwellbrunner und der Schweizer auch die «Bären-Fahne» von der Saaldecke hing, der die Buchstaben «V» und «R» fehlten.

Degen und Glöckchen vom Vorgänger

Kantonsrat Markus Schmidli, in Schwellbrunn Ratskollege von Walter Raschle, freute sich mit humorigen Worten über die Wahl des «homo politicus» und beschenkte den höchstwahrscheinlich erst dritten Schwellbrunner Kantonsratspräsidenten mit einem Geschenkkorb der Gemeinde. In ihm lagen Gutscheine der kommunalen Gasthäuser.

Wohlwollende Worte erhielt Raschle-Frischknecht auch von Landammann Yves Noël Balmer, der sich an einen Einsatz auf dem Hof der Familie des Politikers erinnerte. Und schliesslich überreichte Amtsvorgänger Hannes Friedli (Heiden) den alten Landsgemeindedegen, der seit jeher weitergegeben wird. Auch empfing Raschle von Friedli ein Glöckchen, das er am späteren Abend zur Auflösung des offiziellen Teils des Festes erklingen liess.

Dank an Frau Aline und Familie

Raschle, für den das Fest organisiert worden war, zeigte sich seinerseits erfreut über den Aufmarsch und das traditionell geprägte Programm. Er dankte allen Weggefährten aber auch seiner Frau ­Aline, seinen Kindern und seinen Eltern ­Vreni und Walter. Letzterer vertrat Schwellbrunn in den 90er-Jahren im Kantonsrat.

Bevor aber ein vom Damenturnverein das Nachtessen mit serviert wurde, hatte die Gesellschaft die vier Strophen des Ausserrhoder Landsgemeindeliedes zu singen. Musikalische und gesangliche Unterstützung gab es dabei von der örtlichen Musikgesellschaft und dem «Füürwehrchörli», dem Walter Raschle angehört. Beide Formationen sowie das «Echo vom Lattenhag» bereicherten den von rund 160 Personen besuchten Anlass ebenso wie die Schwellbrunner Aktivturner.

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