Es weihnachtet sehr – auch in der Pfarrkirche

Wohl nur die wenigsten Leute, die an den Gottesdiensten über die Festtage die eindrücklichen Weihnachtsbäume in der Pfarrkirche von Appenzell bestaunen werden, können sich vorstellen, welch grosser Aufwand dahintersteckt.

  • Impressionen vom Tannenbaum-Aufrichten in der Pfarrkirche St. Mauritius. (Bilder: Monika Schmid)

    Impressionen vom Tannenbaum-Aufrichten in der Pfarrkirche St. Mauritius. (Bilder: Monika Schmid)

Wenn der Chlaus oder das Christkind mit seinen Engeli kurz vor Weihnachten den Christbaum in die gute Stube bringt und schmückt, herrscht eine Weile doch mehr oder weniger grosses Chaos. Da werden Möbel gerückt, Teppiche zusammengerollt, die Lichterketten und der Christbaumschmuck vom Estrich geholt, damit das Bäumchen seinen ehrwürdigen Platz einnehmen kann.

Nicht anders ging es am Montag in der Pfarrkirche St. Mauritius zu und her – einfach in viel grösseren Dimensionen. Drei riesige Christbäume werden über die Weihnachtszeit den Altarraum schmücken, wovon der stattlichste dann im Lichterkleid erstrahlt. Ja, da war eben «der gute alte Chlaus» schon froh, dass ihm starke Fachleute zu Hilfe eilten. Diese warteten beim Eingang auf der Friedhofseite auf den Lastwagen, der die Bäume brachte. Mit einem Kran wurde dann nach den beiden lichteren Tannen auch die dritte, schwerste und grösste auf ein fahrbares Gestell gehievt. Mit vereinten Kräften und einigen «Hoooorucks» zogen die Männer den mächtigen Baum in die Kirche.

Sie mussten die Kurve zum Mittelgang möglichst schonungsvoll kriegen, um dann mit dem Baum über eine Rampe die Treppe hinauf vor den Hochaltar zu gelangen. Nach kurzer Verschnaufpause dauerte es nur einen kurzen Moment, bis der Christbaum mittels langer Stangen in die Senkrechte gestellt wurde, wo er schliesslich stolz und gerade an seinem Platz stand.

Daraufhin kam eine Hebebühne zum Einsatz. Die Montage von mehreren Lichterketten verlangte von Mesmer Tobias Tschirke und seinen Helfern viel Geschicklichkeit und noch mehr Geduld. Denn wie es solche Kerzliketten an sich haben: Kaum aus der Schachtel befreit, verheddern sie sich erst einmal zünftig … Dann ging es schwebend leicht hoch zur Tannenspitze, was einen unten stehenden «Regieassistenten» flüstern liess: «Und auf den dunklen Tannenspitzen sieht man Mesmer Tschirke sitzen.» Um den atemberaubenden, ziemlich schwindelerregenden Blick über das ganze Kirchenschiff zu geniessen, blieb aber keine Zeit. Die knifflige Arbeit dauerte und es schien fast, als wolle sich der Baum gegen den Lichterzauber wehren, indem er grosszügig harzte und in die montierenden Hände «stupfte».

Auch die beiden Tannen bei den Seitenaltären wurden auf festlich getrimmt. Sie erhielten einen kosmetischen Feinschliff, indem ihnen Sepp Dörig noch Äste «einpflanzte», wo die Natur welche «vergessen» hatte. Und rund um das ganze Christbaumgeschehen herum räumten fleissige Helfer auf, fegten und putzten. Hätte man den Chlaus beim Zusehen beobachten können – er hätte bestimmt sehr zufrieden geschmunzelt.

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