Es gibt genug Bunker und Jodtabletten

In der Schweiz hat es so viele Schutzräume wie in keinem anderen Land der Welt: 365’000 Bunker mit neun Millionen Plätzen. Damit ist die Forderung «ein Schutzplatz pro Einwohner» mehr als erfüllt. Auch Appenzell Innerrhoden und Ausserrhoden verfügen über mehr als genügend Schutzplätze.

  • Im Appenzellerland sind ausreichend Schutzplätze für die Bevölkerung vorhanden. (Bild: zVg / jpmdai)

    Im Appenzellerland sind ausreichend Schutzplätze für die Bevölkerung vorhanden. (Bild: zVg / jpmdai)

«Im Kanton Appenzell Innerrhoden stehen gemäss Auswertung, pro 100 Personen 123 Plätze in Schutzräumen zur Verfügung. Diese Quote wird in allen Bezirken erreicht. Es gibt vereinzelte Mankogebiete, doch innerhalb von zwanzig Gehminuten steht für die gesamte Bevölkerung in Appenzell Innerrhoden ein Schutzplatz zur Verfügung», sagt Stefan Lendenmann, Koordinator Bevölkerungsschutz im Innerrhoder Justiz-, Polizei und Militärdepartement.

Im Umkreis von fünfzig Kilometern um Schweizer Atomkraftwerke erhielten die Menschen Jodtabletten* zugeschickt – notabene in neutralen nicht beschrifteten Behältern – ohne Haltbarkeitsdatum – zumindest in der Stadt Zürich. «In unserem Kanton werden die Kaliumiodid-Tabletten zentral an sicherer Stelle gelagert», so Stefan Lendenmann.

Das Ausserrhoder Amt für Militär und Bevölkerungsschutz sei in der Lage, «innerhalb kurzer Frist die Zuteilung für die Einwohnerinnen und Einwohner zu den Schutzräumen zu erstellen.» Sollte der Bund entscheiden, dass die Zuteilung erfolgen müsse, werde die Bevölkerung mit persönlichen Schreiben informiert. Es werde eine Webplattform vorbereitet, die zeitgleich mit dem Versand der Schreiben aufgeschaltet würde. Auf dieser Plattform kann die Zuteilung zu den Schutzräumen elektronisch abgefragt werden.

In Ausserrhoden stehen pro 100 Einwohnerinnen und Einwohner 119 Schutzräume zur Verfügung, wie Georg Amstutz, Leiter des Ausserrhoder Kommunikationsdiensts sagt. Ausserrhoden war Pilotkanton für das System von Online-Abfragen für Schutzräume. Innert sechs Stunden könne die Online-Abfrage aufgeschaltet werden. Dort können alle Einwohner herausfinden, in welchen Schutzraum sie gehen müssen. Zudem informieren die Gemeinden per Brief.

Auch die allfällige Versorgung der Ausserrhoder Bevölkerung mit Jod-Tabletten sei gewährleistet. Diese würden zentral gelagert und könnten innert Kürze über die Gemeindeführungsstäbe an die Bevölkerung verteilt werden. Wichtig sei, dass jetzt nicht die Apotheken gestürmt würden, so Georg Amstutz. Und ebenso wichtig: Jodtabletten sollten auf keinen Fall präventiv eingenommen werden. Das kann gesundheitsschädigend sein. Das Signal zum Bezug von Schutzräumen und die Verteilung von Jodtabletten erfolgt durch den Bund.

*Jodtabletten kommen bei einem schweren Kernkraftwerkunfall mit Austritt von radioaktivem Jod zum Einsatz. Sie verhindern, dass sich in den Schilddrüsen radioaktives Jod anreichert und Schilddrüsenkrebs entsteht.

12
3

Weitere Artikel

Schreibe einen Kommentar