Energiewende oder Energie-Ende?

In der Lesegesellschaft Lachen-Walzenhausen fand eine Veranstaltung zur Energiewende statt. Rund 40 Personen folgten der Einladung ins Vereinslokal Lachen.

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Drei Referenten mit unterschiedlichem Bezug  zur Strombranche eröffneten den Abend mit Kurzreferaten. Markus Schwendimann, Verwaltungsrat der Elektra Walzenhausen und Mitglied der Geschäftsleitung der St. Galler Stadtwerke, erläuterte anschaulich die in der Vergangenheit getroffenen politischen Entscheide auf nationaler Ebene zur „Energiewende“ und zog darauf eine Verbindung zur Region Ostschweiz und erklärte die in St. Gallen hieraus getroffenen Massnahmen und zu erwartenden Konsequenzen. Bezüglich alternativen Energien setze die Stadt vor allem auf Geothermie, Sonne und Wasserkraft. So seien z.B. sämtliche Dachflächen der Stadt auf ihre Tauglichkeit für Photovoltaik geprüft und aufgenommen worden.
Im Anschluss stellte Rolf Bischofberger seinen landwirtschaftlichen Betrieb vor, auf welchem er, neben Schafmilch und Beeren, auch Solarstrom produziert. Bischofberger betonte die Wichtigkeit der eigenen Autonomie auch im Energiebereich. Die Energielücke, welche durch das Abschalten sämtlicher Kernkraftwerke 2034 entstünde, sei, so Bischofberger, nur durch konsequente Stromsparmassnahmen möglich. Um dieses ehrgeizige Ziel zu erreichen, müssten die Strompreise auf ein Niveau angehoben werden, welches lenkend wirke.
Als letzter erklärte Daniel Frunz, Leiter der Elektra Walzenhausen, wie aus Sicht eines lokalen Stromanbieters angedacht ist, die Thematik anzugehen. So ist im Versorgungsgebiet der Elektra Walzenhausen ab 2013 nur noch ein Strommix erhältlich, welcher sich zu 100 Prozent aus atomfreier Energie zusammensetzt, schwerpunktmässig aus Wasserkraft. Eindrücklich erklärte er die Problematik bei Installation von Solarstromanlagen in einem Gebiet von Walzenhausen, das sich vor allem auf einem Nordhang erstreckt und somit nicht die hierfür notwendige Effizienz erbringt.
In der anschliessenden Fragerunde mit dem Publikum wurden verschiedene Themen angesprochen. So wurde z.B. die Frage nach der Sinnhaftigkeit eines Atomausstiegs kontrovers diskutiert sowie auch die Problematik der Endlagerung radioaktiver Abfälle. 

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