Energiewende in Ausserrhoder Heizkellern

Ausserrhoder Gebäudebesitzerinnen und -besitzer setzen 2022 vermehrt auf mit erneuerbaren Energien betriebene Heizsysteme. Dies geht aus der verstärkten Nachfrage nach kantonalen Fördergeldern hervor.

  • (Symbolbild: Bigstock)

    (Symbolbild: Bigstock)

Im Rahmen der Umsetzung der Klimastrategie hat Appenzell Ausserrhoden seit Anfang Jahr auch die kantonalen Förderbeiträge für den Wechsel auf umweltfreundliche Heizsysteme erhöht. Eine Auswertung der Fördergesuche zeigt nun: Die Gebäudebesitzerinnen und -besitzer in Appenzell Ausserrhoden setzen beim Ersatz ihres Heizsystems vermehrt auf Wärmepumpenheizungen, Holzfeuerungen oder Anschlüssen an Wärmenetze, die mit erneuerbaren Energien betrieben werden.

Abkehr von Öl, Gas und Strom

Während im Vorjahr insgesamt weniger als 100 Fördergesuche für einen Heizungsersatz gestellt wurden, waren es im 2022 bereits Anfang August 260 Förderanträge. Der Trend geht weiter, die Nachfrage nach kantonalen Fördergeldern ist weiterhin gross, heisst es in einer Mitteilung vom Freitag. Das Amt für Umwelt schätzt, dass gegen Ende Jahr über 400 Anträge für einen Heizungsersatz durch ein mit erneuerbaren Energien betriebenes System eingegangen sein werden. Die Ausserrhoderinnen und Ausserrhoder wenden sich damit ab von Öl-, Gas- und Elektroheizungen.

Einfluss auf den Entscheid, auf ein umweltfreundliches Heizsystem zu wechseln, haben vor allem ökonomische Faktoren. Den Gebäudebesitzerinnen und -besitzern wird zunehmend bewusst, dass für eine langfristig kostengünstige Heizung weniger die Investitionen, sondern vor allem die Betriebskosten massgebend sind. So entsprechen beispielsweise die Kosten für Heizöl oder Erdgas während der Lebensdauer einer Heizung einem Mehrfachen der Investitionen. Energiepreiserhöhungen schlagen bei Öl- und Gasheizungen somit voll zu Buche, währenddessen bei Wärmepumpenheizungen nur etwa ein Viertel der schlussendlich nutzbaren Wärmeenergie als Elektrizität zugeführt werden muss. Die restlichen drei Viertel stammen aus Umweltwärme, welche gratis und im Überfluss vorhanden ist.

Aber auch geo- und energiepolitische Gegebenheiten wie beispielsweise der Krieg in der Ukraine oder die Preisentwicklungen und Lieferengpässe von fossilen Brennstoffen bewegen die Leute zum Umdenken. Durch die zusätzlichen kantonalen Fördergelder wird der Umstieg auf moderne und umweltschonende Heizsysteme erleichtert.

Zeichen der Zeit erkannt

Die Energie- und Klimaziele des Bundes und des Kantons verlangen bis 2050 eine vollständige Dekarbonisierung des Gebäudeparks beziehungsweise ein Wechsel zu mit erneuerbaren Energien betriebenen Heizungen. Im Moment sind im Kanton vielerorts noch fossil oder direkt-elektrisch betriebene Heizsysteme zur Raumbeheizung und Warmwassererzeugung im Einsatz.

Der Regierungsrat hat schon früh die Zeichen der Zeit erkannt und mit der Klimastrategie genügend Gelder für das Jahr 2022 eingestellt. Das kantonale Energiegesetz bildet dabei die Rechtsgrundlage für eine kantonale Förderung, welche Investitionen in Energieeffizienzmassnahmen an der Gebäudehülle, den Wechsel zu mit erneuerbaren Energien betriebenen Heizsystemen wie auch die Stromproduktion mittels Photovoltaik begünstigen.

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