Energiestadt-Kriterien noch besser erfüllt

Am Donnerstagabend ist der Gemeinde Herisau zum vierten Mal das Energiestadt-Label verliehen worden. Die Quote stieg von 62 auf 63 Prozentpunkte.

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Seit der letzten Neubeurteilung 2011 haben sich die Kriterien für den Erhalt des Energiestadt-Labels verschärft. Trotzdem konnte sich Regula Ammann-Höhener, Ressortchefin Tiefbau/Umweltschutz, an der Re-Audit-Feier am Donnerstag im Sportzentrum Herisau freuen: «Auch mit den verschärften Vorgaben konnten wir unsere Punktzahl verbessern.» Sie zeichnete aber auch ein zwiespältiges Bild: «Dank all unserer Massnahmen konnten und können wir Dutzende von Tonnen CO2 sparen. Aber im Vergleich zu dem, was wir noch einsparen müssen, ist es wenig.»
Positiv ins Gewicht gefallen sind die Einführung von Tempo-30-Zonen, ein leichter Ausbau des öffentlichen Verkehrs, die Erstellung von Solaranlagen und die sukzessive Umstellung auf LED-Strassenlampen. Diese und weitere Massnahmen führten dazu, dass Herisau sich von 54 Punkten (2002) über 59 (2006) und 62 (2011) nun auf 63 Prozentpunkte steigern konnte.
Regula Ammann durfte deshalb aus den Händen von Regierungsrat Paul Signer namens der nationalen Labelkommission die Energiestadt-Urkunde in Empfang nehmen. Paul Signer lobte die Bemühungen der Gemeinde, die ja gerade diese Woche mit dem Entscheid für neue Solaranlagen bewiesen habe, dass sie den Worten auch Taten folgen lasse. Herisau gehört damit zu den mittlerweile über 360 Schweizer Städten und Gemeinden, welche sich zu einer engagierten Energiepolitik bekennen. In Ausserrhoden besitzen neben Herisau auch Speicher, Heiden, Teufen, Trogen und Urnäsch das Energiestadt-Label, so dass Ausserrhoden mit 30 Prozent eine deutlich höhere Energiestadtdichte als der Rest der Schweiz mit 14 Prozent hat, wie Paul Signer bemerkte.
Gastreferent Fredy Brunner, ehemaliger St. Galler Stadtrat, hob die Rolle der Energiestädte bei der Energiewende hervor. Um die Wirtschaft und die Bevölkerung für die Umstellung zu motivieren, brauche es ein griffiges Energiekonzept, betonte Fredy Brunner. Anhand des Energiekonzepts 2050 der Stadt St. Gallen zeigte er auf, wie die 2000-Watt-Gesellschaft dank 149 Massnahmen erreicht werden kann. Ziel sei es, den Bedarf an Wärme, Elektrizität und Mobilität auf ökologische, soziale, wirtschaftliche Art und Weise zu decken, sagte Fredy Brunner.
Ausschlaggebend für die Vergabe des Labels sind jeweils rund 80 Kriterien in den Bereichen Entwicklungsplanung, Raumordnung; kommunale Gebäude, Anlagen; Versorgung, Entsorgung; Mobilität; interne Organisation; Kommunikation, Kooperation. Potenzial sieht Gemeinderätin Regula Ammann-Höhener bei der Forcierung von Wärmeverbunden, der Förderung erneuerbarer Energien und beim Einsatz von LED-Lampen bei der Strassenbeleuchtung. Vor allem diese Punkte können in Herisau beeinflusst werden, im Unterschied zu Städten wie St. Gallen, die über ihre eigenen Stadtwerke grösseren Einfluss nehmen können.

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