Energiegenossenschaft wird aufgelöst

Die Energiegenossenschaft Teufen wird mangels Objekten zur Erzeugung von erneuerbaren Energien aufgelöst. Einen Grund sehen die Verantwortlichen in einer zu engen Fassung des Begriffes «Eigenverbrauch».

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Die Energiegenossenschaft Teufen wurde am 24. April 2014 gegründet. Folgender Zweck wurde damit verbunden: «Die Energiegenossenschaft Teufen bezweckt die Realisierung und den Betrieb von Anlagen zur Erzeugung erneuerbaren Energien, sowie deren Vermarktung. Sie dient in erster Linie dazu, ihre Mitglieder mit selber produzierter Energie zu günstigen Preisen zu versorgen.» Diesen Zweck konnte die Genossenschaft nur unvollständig erfüllen. Dies lag insbesondere an den St.Gallisch-Appenzellischen Kraftwerken, welche lange Zeit für die Einspeisung lediglich 4,5 Rp. pro KW vergütete und anfangs auch keinen Eigenverbrauch zuliess.

Kanton realisiert Leuchtturmprojekt selber

Das Leuchtturmprojekt an der Umfahrungsstrasse in Teufen konnte so nicht genügend Investoren finden, waren doch die Gelder ohne Rückzahlung und Rendite nicht in der notwendigen Grössenordnung auffindbar. Nach langer, intensiver Suche lief die Baubewilligung der Anlage ab und der Kanton wollte für ein neues Vorhaben kein grünes Licht mehr geben. Er hat dafür beschlossen, das Projekt selbst zu realisieren.

Als einziges Projekt liess sich auf dem Dach der Raiffeisenbank in Teufen eine Anlage realisieren, welche neu dank Eigenverbrauch wirtschaftlich funktioniert. Weitere Anlagen liessen sich in Teufen trotz intensiver Suche nicht finden, oder wurden durch die Eigentümer selbst realisiert.

Die Energiegenossenschaft Teufen darf aber nach acht Jahren stolz darauf sein einen grossen Anteil an einer zukünftigen Fotovoltaik-Anlage an der Wand der Umfahrungsstrasse geleistet zu haben.

«Eigenverbrauch» offener definieren

Fotovoltaik-Anlagen lassen sich erst dann im grösseren Umfang realisieren, wenn der Eigenverbrauch nicht mehr eng gefasst wird, heisst es in der Mitteilung der Energiegenossenschaft weiter. Dann nämlich, wenn es allen Investoren offen bleibt, auf einem beliebigen Dach Fotovoltaik-Anlagen zu finanzieren und dann deren Ertrag an der eigenen Stromrechnung abgezogen werden kann. Die technischen Systeme dazu liegen mit sogenannten Smartmeter heute längst vor. Diesbezüglich müssten die Versorgungsunternehmen einen massgebenden Beitrag zur sicheren Energieversorgung leisten.

Sämtliche Genossenschaftsanteile und Finanzierungsbeiträge werden vollständig zurück bezahlt, der Überschuss wird dem Verein «Appenzeller Energie» überwiesen.

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