Eine bezahlbare Tunnel-Lösung soll projektiert werden

Die Ortsdurchfahrt Teufen ist als Tunnel-Variante machbar – dies hat Ende Juni eine Information über den aktuellen Planungsstand gezeigt. Die IG Tüüfner Engpass ist laut ihrer Medienmitteilung erfreut über diese Erkenntnis. Gleichzeitig warnt sie davor, das Projekt zu «vergolden» und so unnötig zu verteuern.

  • So könnte der tiefer gelegte und versetzte Bahnhof Teufen einmal aussehen. (Visualisierung: zVg / Pini Gruppe AG)

    So könnte der tiefer gelegte und versetzte Bahnhof Teufen einmal aussehen. (Visualisierung: zVg / Pini Gruppe AG)

Vor bald zwei Jahren hatte der Teufner Souverän Ja gesagt zum Kredit von knapp 4,5 Millionen Franken für den Auftrag, einen Bahntunnel zwischen Bahnhof und Stofel sowie eine Kreuzungsstelle zu projektieren. Damit soll die Tunnel-Variante im gleichen Detaillierungsgrad wie die projektierte Doppelspurlinie mitten durch das Dorfzentrum vorliegen und einen echten Vergleich ermöglichen.
Am 20. Juni haben Vertreter der Gemeinde Teufen, der Appenzeller Bahnen und des beauftragten Planungsbüros über den Projektstand informiert. Wesentlichste Aussage: Ein einspuriger Tunnel für die Appenzeller Bahnen als Umfahrung des Teufner Dorfzentrums ist nicht einfach Wunschdenken, sondern eine baulich tatsächlich realisierbare Lösung. Und: Diese nun vorgestellte Variante sei auch «fahrbar», wie die Appenzeller Bahnen bestätigten. Die AB könnten also Vorgaben des Fahrplans 2035 einhalten – ob dieser schweizweite Ausbauschritt in der Ostschweiz überhaupt realisierbar werden kann, ist allerdings noch offen.

Die IG Tüüfner Engpass wehrt sich seit Jahren gegen die «gefährliche Doppelspur mitten im Dorf» und setzt sich zusammen mit dem Komitee Teufen mit Zukunft für einen Bahntunnel ein, wie es in einer Mitteilung der Interessengemeinschaft heisst. Sie nimmt deshalb mit grosser Genugtuung zur Kenntnis, dass die Machbarkeit dieses Generationenprojekts so klar bestätigt worden ist und unterstützt die Grundkonzeption der Machbarkeitsstudie ausdrücklich, so wird weiter geschrieben.

Gleichzeitig mahnt die IG Tüüfner Engpass aber, bei der Projektierung auch die Finanzierbarkeit im Auge zu behalten und das Vorhaben nicht unnötig zu verteuern. Denn: Die Mehrkosten einer Tunnel-Variante gegenüber der brachialen Doppelspur durch das Dorf müssten von der Gemeinde beziehungsweise von Dritten (zum Beispiel dem Kanton) getragen werden. Wie hoch diese Mehrkosten sein dürften, liegt noch sehr im Ungefähren; die Schätzung reicht von 10 bis 70 Millionen Franken. Ebenso ist noch ungewiss, ob sich das Bundesamt für Verkehr tatsächlich an den Kosten beteiligen würde – und wenn ja: in welchem Umfang? Eine Beteiligung wurde aber zumindest in Aussicht gestellt.

Mit Blick auf die mutmasslichen Mehrkosten drängt die IG Tüüfner Engpass gemäss ihrer Pressemitteilung darauf, die Tunnelvariante «zielorientiert und pragmatisch» weiter zu projektieren und auf verteuernde Details zu verzichten oder – zur Vergleichbarkeit der Kosten mit der Doppelspur – diese separat auszuweisen. Im jetzigen Projekt ist beispielsweise die Option der Unterquerung der Landhausstrasse vorgesehen, die es in der Doppelspur-Variante nicht gibt. Die Unterquerung der Landhausstrasse müsse als separates Projekt untersucht werden, fordert die IG in der Mitteilung.

Und weiter wird verlangt: Der tiefer gelegte Bahnhof Teufen sei gegen oben offen zu planen, eine allfällige Überdeckung dürfe das Tunnelprojekt nicht verteuern. Auch sei zu prüfen, ob statt drei Bahnhofsgleisen nicht zwei Gleise mit Erschliessung über einen Mittelperron und einem Ausziehgleis reichen. Die vorgesehene Kreuzungsstelle in einer unterirdischen Station Stofel solle möglichst knapp dimensioniert werden, damit auch die anschliessende Anstiegsrampe kurz gehalten werden kann.

Über das konkrete Bauprojekt wird voraussichtlich Ende 2026 oder Anfang 2027 abgestimmt. Bis dahin wird ein konkretes Bauprojekt ausgearbeitet, das einer Doppelspur-Variante gegenübergestellt werden kann. Die IG Tüüfner Engpass ist laut Mitteilung nach wie vor überzeugt, dass der Nutzen eines Bahntunnels für das ganze Dorf Teufen heute und für zukünftige Generationen enorm ist. Das Dorfzentrum mit seinen Gewerbebetrieben und Läden würde wesentlich sicherer und gleichzeitig auch attraktiver. Umgekehrt würde die Realisierung einer Doppelspur die Gestaltung eines lebenswerten Dorfkerns auf viele Jahrzehnte hinaus verbauen. Deshalb lohne es sich, Mehrkosten in einem vernünftigen Rahmen in Kauf zu nehmen, so heisst es abschliessend.

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