Eindrücklicher Abendgottesdienst am Hohen Donnerstag

Vom Hohen Donnerstag an beginnen die Ostertage und so wurde in der Pfarrkirche ein eindrückliches «letztes Abendmahl» gefeiert. Mit Standespfarrer Lukas Hidber, den Pastoralassistenten und einer Handvoll Ministranten.

Schon während des Kommunizierens begann einer der Mesmer, die Kerzen auf den Seitenaltären zu löschen. Und während die Leidensgeschichte Jesu gelesen wurde, gingen Ministranten mit Eimern los um alle Weihwassergefässe zu leeren. Danach wurden die weissen Altartücher, Kerzenständer und sämtlicher Altarschmuck abgeräumt und weggetragen. Und immer dunkler und stiller wurde es in der Kirche.

Dann verliess eins nach dem andern den Altarraum und strebte dem Ausgang zu, wie damals die Jünger, als sie Jesus allein liessen. Schliesslich trug Pfarrer Lukas Hidber das Allerheiligste aus der inzwischen fast völlig dunklen Kirche. Begleitet von Stefan Brunner, Johannes Epp und Sepp Dörig brachte er die Monstranz in die Stephanskapelle, wo sie für die Gebetsnacht im Kerzenschein aufgestellt wurde. Viele der Gottesdienstbesucherinnen und Gottesdienstbesucher folgten, um gleich für die erste Stunde der langen Nacht stillbetend zu bleiben.

Unterdessen wurde es oben in der Pfarrkirche wieder hell, denn ein gutes halbes Dutzend guter Seelen in Form von Zimmermännern und ihren Helfern begann, die vielen Teile des «Heiligen Grabes» zum Altarraum zu tragen. Emsig aber ruhig und wortlos ging es an den Aufbau desselben. Jeder Handgriff sass und nach einer Dreiviertelstunde stand das Kunstwerk bereits.

Unterdessen wurde der Tabernakel geleert und die beiden Mesmer polierten alle Kelche und Kerzenständer auf Hochglanz und versorgten sie in der Sakristei.

Kaum waren auch die farbig schimmernden Glaskugeln im «Heiligen Grab» platziert erloschen die Lichter in der Pfarrkirche erneut und es kehrte mystische, vorösterliche Ruhe ein.

Auch in Schwende und Haslen wurde in ähnlicher Art ein «Heiliges Grab» errichtet. Von jenem in Schwende – jenes schlummerte jahrzehntelang im kirchlichen Estrich – berichtete der Appenzeller Volksfreund vor ein paar Tagen.

In Haslen steht jeweils ein etwas Einfacheres, aber nicht minder kunstvolles «Heilies Grab». Bereits am Karsamstagmorgen wurden sie alle wieder abgebaut um dem österlich freudvollen Kirchenschmuck zu weichen.

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