Ein besonderer Bettag auf dem Säntis

Das Motto des diesjährigen Bettags auf dem Säntis hat die 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu tiefer Dankbarkeit, Busse und zu flehendem Gebet geführt. Die Spiegelung in den äusseren Wetterbedingungen wirkte wie ein Augenzwinkern Gottes an die Menschen auf dem Säntisgipfel.

  • Die Fahnenträgerinnen und -träger mit den Kantonswappen stehen stellvertretend für die teilnehmenden Christen aus den verschiedenen Teilen der Ostschweiz. (Bild: zVg)

    Die Fahnenträgerinnen und -träger mit den Kantonswappen stehen stellvertretend für die teilnehmenden Christen aus den verschiedenen Teilen der Ostschweiz. (Bild: zVg)

Rund 120 Menschen aus der Ostschweiz fanden sich am Eidgenössischen Dank-, Buss- und Bettag auf dem Appenzeller Hausberg Säntis ein, um in nächster Nähe zu Gott diesen besonderen Tag feierlich zu begehen. Aufgrund der Wetterbedingungen mit morgens viel Nebel, Bewölkung und Schnee schon ab 2000 Meter Höhe musste von einer Wanderung auf den Gipfel abgesehen werden.
Pünktlich um 10 Uhr eröffneten die Bläser der Schofarhörner den Gebetstag und Peter Knöpfel, Leiter des Säntis-Gebetsteams, begrüsste die Angereisten zum gemeinsamen Gottesdienst in der Eventhalle Churfirstenblick. Er stellte fest, dass das Motto und das Wetter bestens zusammenpassten. Typisch für diesen Tag war auch das Miteinander verschiedener Generationen und so lud Knöpfel die Kinder ein, sich mit dem Begriff «Vertrauen auf Gott» in Wort und Zeichnung zu beschäftigen, was am Ende zu erstaunlichen Eindrücken führte.

«Auge im Sturm»

Immer wieder unterstrich an diesem Tag das Pfeifen des Windes die verschiedenen Aussagen über den zunehmenden Sturm der Unsicherheit in der Welt. Aber wie von unsichtbarer Hand geführt liess sich auch die Sonne immer wieder blicken und schien die Botschaft zu vermitteln, dass Gottes Treue stärker sein wird als jeglicher Sturm.
Aus dem Säntis-Gebetsteam haben mit Philipp Bachmann und Joel Küng dann zwei junge Erwachsene markante Gedankenanstösse zum Motto «Auge im Sturm» gegeben. Es war eine wahre Freude mitzuerleben, mit welcher Inbrunst sie ihre Gedanken den Teilnehmerinnen und Teilnehmern vermittelten. Ein wichtiger Bestandteil des Säntis-Gebets ist immer auch das Gebet für Israel.

Vertraute Gemeinschaft

Die Wurzeln des Säntis-Gebets finden sich im Christustag des Jahres 2004 und dem daraus folgenden Gebetsnetzwerks der Schweiz. Fahnenträgerinnen und -träger repräsentierten das Gebet für jede politische Gemeinde in der Schweiz. Auch auf dem Säntis waren die Fahnen der Schweiz, der Kantone Appenzell Innerrhoden und Ausserrhoden, Thurgau und St. Gallen sowie zahlreicher einzelner Gemeinden vertreten. Der starke Wind trug dazu bei, dass sie gut zu sehen waren.
Einzelne Fahnenträgerinnen und -träger sind seit 2004 dabei und schätzen die gemeinsame Zeit mit vielen Christinnen und Christen aus verschiedenen Kantonen sehr. Die gemeinsame Mittagszeit ermöglichte sowohl die Pflege alter als auch das Eingehen neuer Bekanntschaften.

Singen und marschieren

Nach dem Mittag steht traditionellerweise die Besammlung auf der Terrasse auf dem Programm. Auch in diesem Jahr bei stürmischen Bedingungen, was aber dem gemeinsamen Singen unter der Begleitung der Blaukreuzmusik Herisau keinen Abbruch tat. Der Schweizerpsalm und das Ausserrhoder Landsgemeindelied gehören ebenso zum Standardrepertoire wie «Grosser Gott, wir loben Dich». Das gemeinsame Vaterunser-Gebet schloss diesen gesanglichen Teil ab und leitete zum Marsch über den Gipfel über. Dieser entpuppte sich nochmals als ein veritables Sturmerlebnis.
Die Besonderheit in diesem Jahr stellte die «neunte Stunde» zwischen 15 und 16 Uhr dar. Wieder im «sturmfreien» Eventsaal zurück wurde diese in Livestream-Verbundenheit mit weiteren Christen in Andermatt und der ganzen Schweiz begangen, mit welchen die Anwesenden gemeinsam vor unseren Gott kommen durften. Im Zentrum standen Anbetung und Busse gegenüber Gott, der von den Menschen zunehmend verlassen wird.
Nach weiteren Inputs im Saal und dem anschliessenden Abendmahl schloss Knöpfel den Gebetstag nicht, ohne den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die eindrücklichen Zeichnungen der Kinder zum Thema «Vertrauen auf Gott» mit auf den Weg zu geben. Nach seinem Fazit gefragt sagte Knöpfel, er müsse erst noch einen Tag haben, um alles Erlebte zu verdauen.

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