Die Kraft der hohen Männerstimme

Drei Tenöre, ein kreativer Pianist und eine kluge Auswahl geistlicher Werke und Opernliteratur – diese Komponenten bildeten das Neujahrskonzert 2013 der Appenzeller Kantonalbank.

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Wie üblich waren Pfarrkirchen Ort des Geschehens, und Daniel Moos hatte in seinem Konzept darauf Rücksicht genommen. Seine Idee, das 100-jährige Jubiläum der Arena di Verona und das 200. Geburtsjahr Giuseppe Verdis zu zelebrieren, bot einen breiten Fächer an Literatur. Er wählte aus reizvollen Arien der grossen Meister, die nicht nur brillante, sondern auch religiöse Komponisten waren.
So erklangen im ersten Teil zwei geistliche Werke von Gioachino Rossini, das «Ave Maria» von Charles Gounod mit einem überaus zarten Amen, das «Agnus Dei» von Georges Bizet – alle in der Dreierbesetzung nach Art der «Drei Tenöre». Mit dem «Ave Maria» von Pietro Mascagni , mit grosser Andacht solistisch vorgetragen von Ramtin Ghazavi, schloss der Reigen der geistlichen Werke. Andrea Cesare Coronella, der letzte Privatschüler Luciano Pavarottis, zelebrierte den Wechsel ins Fach der Oper mit einer Arie aus «Marta» von Friedrich von Flotow. Er tat es mit viel Italianità, gefühl- und kraftvoll wie einst Enrico Caruso, der damit die Welt eroberte. Niclas Oettermann bewies seine Qualitäten als lyrischer Solist im «Improvviso» von Umberto Giordano. Es folgten Bravourstücke von Bellini, Verdi, Crescenzo, Leoncavallo und de Curtis, alle im Duett oder im Trio in guter Abstimmung vorgetragen.
Als letzten Programmpunkt hatte Daniel Moos, der sich am Konzertflügel einmal mehr äusserst wendig und impulsiv zeigte, für die drei Tenöre das «hohe C» aufgehoben. Verdis «Di quella Pira» forderte nochmals alle sängerischen Qualitäten des munter agierenden Trios. Als Zugabe wurde nach einer Standing Ovation das legendäre «Mama» in heiterer Inbrunst zelebriert. Das Publikum hätte sogar mitsingen dürfen.

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