Die Geschichte des Klosters weiterschreiben

Am Samstag, 25. Mai, ist die Bevölkerung zum öffentlichen Kirchenfest zur Einweihung der renovierten Klosterkirche Wonnenstein eingeladen gewesen. Markus Büchel feierte zum zweiten Mal in zwei Wochen Eucharistie in dem wunderbar renovierten Gotteshaus, das bis auf den letzten Platz besetzt war. Anschliessend gab es Apéro, Mittagessen und Musik für alle im grossen Festzelt.

  • Die Schwester Scolastica mischte sich unter die Gäste im grossen Festzelt. (Bilder: zVg)

    Die Schwester Scolastica mischte sich unter die Gäste im grossen Festzelt. (Bilder: zVg)

  • Der Jodelchor Teufen umrahmte den Gottesdienst in der Klosterkirche gesanglich mit «himmlischen Klängen».

    Der Jodelchor Teufen umrahmte den Gottesdienst in der Klosterkirche gesanglich mit «himmlischen Klängen».

«Brücken bauen» lautete das Motto des Festanlasses, in der Kirche wurden drei Pfeiler und der Brückensteg symbolisch aufgebaut und in Texten vorgetragen. Der erste Pfeiler ist Christus: Miteinander als Christen unterwegs zu sein, das bedeutet, Kirche zu sein. Bischof Markus Büchel erinnerte an die Zeit der Reformation, in der es die friedliebenden Appenzeller geschafft hatten, jeder Konfession ihre eigenen Gebiete zu übereignen, ohne sich in einen Krieg zu stürzen. Heute sind Christen ökumenisch unterwegs, die Landteilung hat nicht mehr dieselbe Bedeutung. Die beiden Fahnen der Kantone Appenzell Inner- und Ausserrhoden zeigen, dass das Kloster seither in Ausserrhoden liegt, aber zu Innerrhoden gehört.
«Die über 600-jährige Geschichte des Klosters ist in jedem Winkel spürbar», betonte Bischof Markus Büchel zum zweiten Pfeiler. Die Klosteranlage sei nach dem Ende des Kapuzinerinnenklosters nicht verloren, sondern werde durch den Verein Kloster Maria Rosengarten Wonnenstein weiter gepflegt und erhalten mit dem Ziel, ein spiritueller Ort zu bleiben – hoffentlich bald belebt mit einer neuen Gemeinschaft. Er dankte den Altherren der Bodania herzlich für ihr Engagement. Bereits seit einem Jahrzehnt haben sie nunmehr die verbliebenen Schwestern in vielen Bereichen unterstützt. Diakon Stefan Staub bezeichnete es als spannende Aufgabe, auch in der heutigen Situation die lange Klostergeschichte «mit der Tinte der heutigen Sehnsucht» weiterzuschreiben und Türen in die Zukunft zu öffnen.

«Wonnenstein soll eine Brücke sein»

Seelsorger Johannes Epp, Vertreter der Kirche in Innerrhoden, führte die Gottesdienstbesucher zum dritten Brückenpfeiler, der nach innen führt. Er sprach von Wonnenstein als einem Kraftort, an dem Menschen Ruhe für die Seele finden.

«Eine Brücke ist dann fertig, wenn zu den Pfeilern der verbindende Brückensteg kommt.» Diesen platzierte Andreas Brändle vom Vereinsvorstand. «Wonnenstein soll eine Brücke sein, über Grenzen und Zeiten hinweg, dafür braucht es uns Menschen», sagte er. Alle seien aufgefordert, über die Brücke zu gehen und mutig die Zukunft des Klosters Maria Rosengarten Wonnenstein mitzugestalten.

Schwester Scolastica feierte mit

Der Jodelchor Teufen bereicherte den Gottesdienst mit wunderschönen Stimmen. «Himmlische Klänge», wie eine Mitfeiernde nach der Messe begeistert sagte. Das «innere Appenzell» vertraten die jugendlichen Musizierenden des «Echo vom Gerstgarten» aus Schlatt. Sie begleiteten die «weltliche Feier» im grossen Festzelt nach dem Gottesdienst mit lüpfiger Musik. Mitten unter den Gästen weilte auch die letzte noch im Kloster lebende Kapuzinerin, Schwester Scolastica Schwizer.

4 Millionen Franken aufgebracht

Das Festzelt war in den letzten Wochen mehrfach Schauplatz von Begegnungen und Feiern. Die beteiligen Handwerker waren zu einem Fest geladen und Bischof Markus Büchel weihte vor zwei Wochen den neuen Altar der renovierten Klosterkirche Wonnenstein in einer Feier mit den Mitgliedern des Vereins Kloster Maria Rosengarten Wonnenstein und den Sponsoren ein. Die Altherren der Studentenverbindung Bodania sowie Stiftungen, Firmen oder Banken haben gemeinsam die Kosten von 4 Millionen Franken für die Kirchenrenovation getragen.

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