Der Schatz in der Wüste

Am Abend des dritten Advents lud der Kidstreff der Freien Evangelischen Gemeinde Gais (FEG) zum traditionellen Weihnachtsspiel ein.

  • Konstantin von Tischendorf entdeckt die Weihnachtsbotschaft. (Bild: Peter Kellenberger)

    Konstantin von Tischendorf entdeckt die Weihnachtsbotschaft. (Bild: Peter Kellenberger)

Die Kidstreffleiterin Judith Graber hat in diesem Jahr wiederum eine neue Geschichte geschrieben – die auf eine Schatzsuche bis in die Wüste Sinai führte.

Auf der Suche nach einem vermeintlichen Schatz, finden Kinder auf einem Dachboden in Berlin das Tagebuch von Konstantin von Tischendorf, sowie Briefe von ihm an seine spätere Frau Angelika. Diese Schriftstücke führten durch das spannende Weihnachtsspiel.

Von Zweifeln getrieben

Konstantin von Tischendorf studierte 1834 bis 1838 an der Universität Leipzig Theologie. Er konnte sich aber mit dem dort vermittelten Wissen nicht anfreunden, denn er glaubte an das Evangelium von Jesus Christus und die prophetischen Worte Jesajas aus dem vierten Jahrhundert vor Christus. Von Zweifeln getrieben forschte er nach Wahrheiten, um seinen Glauben untermauern zu können. So machte er sich am 30. Oktober 1840 auf zu Studienreisen nach Paris, Italien, Kairo und bis in den Nahen Osten. In der Wüste des Sinai, bei seiner Ankunft im dortigen Katharinenkloster im Jahre 1844, sind Mönche damit beschäftigt, in der Klosterbibliothek «Ordnung zu schaffen» und alte unnütze Schriften zu entsorgen. Konstantin entdeckt aber gerade in diesen Dokumenten wertvolle Abschriften der Heiligen Schrift und kann diese für seine Studien ab 1845, zurück in Leipzig, verwenden.

In der Schrift Weihnachten gefunden

1859, auf seiner dritten Reise ins Katharinenkloster, gelang von Tischendorf seine grösste Entdeckung: Der Codex Sinaiticus. Dieses Bibel-Manuskript aus dem 4. Jahrhundert enthält grosse Teile des Alten und ein vollständiges Neues Testament in altgriechischer Sprache. Und in diesen Schriften entdeckt von Tischendorf auch die Abschriften der Weihnachtsgeschichte. Darunter die zwei Sequenzen, die im Weihnachtsspiel gespielt wurden: Der Engel begegnet Maria und bringt ihr die frohe Botschaft der Geburt des Heilandes sowie der Besuch von Maria bei Elisabeth, die ihrerseits in Erwartung ist.

Mit dem gemeinsam gesungenen Lied «go tell it on the mountain» fand diese etwas andere Weihnachtsaufführung ihr stimmiges Ende. Und bei Punsch und Gebäck, zwischen wärmenden Feuerschalen und Laternenlicht, fand der schöne Adventsabend seinen Ausklang.

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