Der Ort, an den ich denke…

Dorothee Elmiger eröffnete die 6. St. Galler Literaturtage «Wortlaut».

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Es war (fast) ein Heimspiel für die n Appenzell aufgewachsene Dorothee Elmiger im bis auf den letzten Platz gefüllten Raum für Literatur in der Hauptpost in St. Gallen. Zusammen mit dem Schauspieler Hanif Jeremy Idris und der Filmemacherin Fabienne Ehrler, die den Anfang des neuen Romans von Dorothee Elmiger «Schlafgänger» in stimmungsvolle Bilder umgewandelt hatte, entspann sich ein Gesprächsbogen, der die im Buch auftretenden Protagonistinnen und Protagonisten schier atemlos philosophieren und phrasieren liess. Der Roman dreht sich um Migration und um Grenzen, die immer wieder – auch im bildlichen Sinne – überschritten werden. Die Aktualität des Textes wird greifbar, wenn im Roman die Frage gestellt wird, warum Staaten das Recht haben sollten, die Zuwanderung auf ihr Territorium nach eigenem Gutdünken zu beschränken.
OK-Mitglied Richi Küttel sprach denn auch in seinen Einführungsworten über Elmigers neuestes Werk von einem „einzigen Gespräch, das sich durch den ganzen Roman durchzieht“. Und wenn Dorothee Elmiger ihren Figuren stetig die Formulierung „Der Ort, an den ich denke…“ an die Anfänge ihrer Gedanken stellt, ist dies auch eine Herausforderung an die Zuhörenden – und die Buch lesenden – sich selber Gedanken über die im Buch angeschnittenen Themen zu machen. «Schlafgänger» ist kein Buch, das sich von selber öffnet, es muss erobert werden.
Was mit dem Prolog mit Autor Jonas Lüscher am Donnerstag in Rorschach begann, setzte sich mit dem offiziellen Auftakt der 6. St. Galler Literaturtage in St. Gallen weiter: Ein neugieriges Publikum machte sich auf, während dreier Tage die Vielfalt der Literatur aufzuspüren, wobei insbesondere die Spoken Word-Veranstaltungen und die Präsentationen der Comicszene zahlreiche Entdeckungen aufzuweisen hatten

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