Das Wetter stand im Mittelpunkt

Ausserrhodens Bäuerinnen und Bauern tagten am Donnerstagnachmittag im Hotel Krone in Gais. Der Meteorologe Jürg Zogg referierte zum Thema: «Klimawandel – Einbildung oder Realität?». Über Aktuelles aus dem Departement Bau- und Volkswirtschaft informierte Regierungsrat Dölf Biasotto.

  • Regierungsrat Dölf Biasotto im vollbesetzten Kronen-Saal in Gais. (Bilder: Claudia Manser)

    Regierungsrat Dölf Biasotto im vollbesetzten Kronen-Saal in Gais. (Bilder: Claudia Manser)

  • Das Wetter findet draussen statt: Jürg Zogg, Meteorologe bei SRF Meteo, war in Gais als Referent zu Gast.

    Das Wetter findet draussen statt: Jürg Zogg, Meteorologe bei SRF Meteo, war in Gais als Referent zu Gast.

Die traditionelle Januartagung ist bei den Bäuerinnen, Bauern und Gästen beliebt: Viele kamen am Donnerstagnachmittag in den Kronen-Saal in Gais. Eingeladen zur Tagung hatten die Landfrauenvereinigung Appenzell Ausserrhoden und der Bauernverband Appenzell Ausserrhoden. Der Präsident Beat Brunner meinte in seiner kurzen Begrüssung denn auch: «Es ist schön, dass der Saal so voll ist.» Als Referent durfte Beat Brunner den Meteorologen Jürg Zogg willkommen heissen. Bevor es zum Wetter, Prognosen und der Klimaveränderung ging, berichtete Regierungsrat Dölf Biasotto aus dem Departement Bau- und Volkswirtschaft. Dabei erwähnte der Regierungsrat die Schleppschlauchpflicht, die Photovoltaikanlagen-Förderung oder die Energieziele. Seit 1. Januar 2024 wird die Agrisano/Emmental-Regionalstelle beider Appenzell als gemeinsame Regionalstelle St.Gallen-Appenzell geführt. Uwe Wöcke, Abteilungsleiter Versicherungen beim St.Galler Bauernverband und Dominik Fässler, Regionalstellenleiter in Appenzell stellten die Neuorganisation und das Versicherungsangebot vor.

Wetterprognosen

«Was Wetter fängt jeden Tag von neuem an», sagte Jürg Zogg in seiner Vorstellung. Seit 20 Jahren arbeitet er bei SRF Meteo in Zürich und erstellt dort vor allem Wetterprognosen für die Sender von Radio SRF. In seiner Freizeit bewirtschaftet er einen kleinen Rebberg in Wartau. «Der Wunsch nach Wetterprognosen ist schon immer da gewesen», so Jürg Zogg.

Die moderne Meteorologie begann dann erst 1820, als Wilhelm Bandes die erste Wetterkarte mit Hoch und Tiefs erstellte. Ab 1929 brachten die Zeitungen dann regelmässig Wetterkarten. «Als Meteorologe ist man etwas exponiert», meinte Jürg Zogg zu seinem Berufsalltag. «Passiert ein Fehler, weiss es die halbe Schweiz.» Die Wettermodelle seien keine exakte Wissenschaft, es sei vielmehr eine Annäherung an die Realität. Fehlerprognosen gehörten dazu.

In Appenzell Ausserrhoden sind in Zusammenarbeit mit der Assekuranz 14 Wetterstationen platziert und in Betrieb. Die Datenauswertung registriert regionale Unterschiede im Vorder-, Mittel- und Hinterland. «Es zeigen sich spannende, lokale Phänomene», so Jürg Zogg.

Wetter ist nicht gleich Klima

«Das Wetter ist hier und jetzt. Das spüren wir, es weckt Emotionen, bleibt in Erinnerung. Das können Extreme und Unwetter sein – meist lokal.» Das Klima hingegen sei das Durchschnitts-Wetter, ein langjähriges Mittel, eine trockene Statistik und könne regional, national oder global sein. Aufgrund der Temperatur-Fakten sei klar, die Erwärmung findet statt. «So war 2022 das wärmste Jahr seit Messbeginn, 2023 das zweitwärmste.» Häufigere und intensivere Hitzewellen, Zunahme der Vegetationsperiode von zwei bis vier Wochen, die Abnahme der Schneetage oder heftige Niederschläge seien Auswirkungen der globalen Erwärmung. «Auch die Sommer-Trockenheit nimmt zu», sagte Jürg Zogg. Dies einerseits wegen der Regenarmut und andererseits wegen der Verdunstung aufgrund der angestiegenen Sommertemperatur seit den 1990er-Jahren.

Den Bäuerinnen und Bauern hat das Referat von Jürg Zogg gefallen. Neben den wissenschaftlichen und technischen Daten der Meteorologie sorgten die Feedback-Mails, welche auf der SRF Meteo Redaktion eingehen, für Aufheiterung.

Im Anschluss luden die Gastgeber zu einem Neujahrs-Apéro ein.

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