Das Bloch brachte stolze 4650 Franken

Wenn es von Weitem «chlepft ond tätscht» und dicke Rauchschwaden aufsteigen, dann ist im Appenzeller Hinterland Blochmontag.

  • Das Urnäscher Mannebloch war am Montag unterwegs. (Bilder: Monika Schmid)

    Das Urnäscher Mannebloch war am Montag unterwegs. (Bilder: Monika Schmid)

Nachdem das Urnäscher Goofebloch bereits am Samstag vor Aschermittwoch unterwegs war, machte sich das Mannebloch am vergangenen Montag auf den Weg. «Chechi Manne» zogen den mächtigen Baumstamm. Dieser war festgemacht auf einem Wagen, wunderschön geschmückt mit Tannenreisig und Papierrosen sowie einem Tännli, an welchem bunte «Sennefetze» flatterten. Hoch auf diesem «Fueder» fanden die vier Musikanten und der Schmied Platz. Letzterer sorgte dafür, dass das Feuer in seinem Ofen nie ausging und die anderen machten «löpfig uf». Ebenfalls für Stimmung sorgt jeweils der Bär. Er wird zwar vom Jäger an einer Kette geführt, doch lässt dieser den furchterregenden Kerl immer gewähren, wenn er wieder ein Opfer so richtig «bonigled», zerzaust und herumwirbelt. Auf dem langen Weg wird natürlich auch immer mal wieder ein Halt eingelegt, wo der prächtige Zug jeweils bereits von vielen Schaulustigen erwartet wird.

Die stärkenden Heissgetränke und «das Gläsli Wiesse» für die Stimme werden selbstverständlich jeweils mit einem Zäuerli verdankt. Und fröhlich anstrengend geht es weiter des Weges, ständig umschwirrt von Fotografen und Filmern; was aber die Männer nicht im Geringsten stört, sie leben und geniessen ihre Tradition aus vollstem Herzen. Die Kässelibuebe» tun dies natürlich auch, sie hingegen streifen unermüdlich durch die Zuschauer und weit übers Land um Zustupf in ihre rasselnden Kässeli zu erbetteln. Das Geld wird dann vor allem für den Unterhalt der Kleidung, Perücken und Requisiten verwendet.

Kurz vor dem Eindunkeln trifft der Blochzug auf dem Dorfplatz Urnäsch ein, bereits sehnlichst erwartet von hunderten Zuschauern. Gleich nach dem «Blochspruch» beginnt die Gant. Die Gebote kommen Schlag auf Schlag und so hat der besondere Baumstamm für stattliche 4650 Franken rasch einen neuen Besitzer gefunden. Mit viel Musig ond zaure und viel Rauch neigt sich der Blochmontag dann dem Ende zu. Erst in zwei Jahren wird sich das Urnäscher Mannebloch wieder auf die Tour machen.

31
7

Weitere Artikel

Schreibe einen Kommentar