Chor Appenzell läutete Adventszeit ein

Die Kirche im Kapuzinerkloster Appenzell war am frühen Sonntagabend bis auf den letzten Platz besetzt, als die Sängerinnen und Sänger des Chors Appenzell zum ersten Ton ansetzten.

  • Impressionen vom Adventskonzert des Chors Appenzell. (Bilder: Vreni Peterer)

    Impressionen vom Adventskonzert des Chors Appenzell. (Bilder: Vreni Peterer)

Das Konzert des Chors Appenzell stand unter dem Titel «Adventszauber mit Esel Maximilian». Luzia Graf, die ebenfalls im Chor mitsingt, erzählte die Geschichte des Esels Maximilian, der es leid war, zu unzufriedenen Kindern zu gehen. Er verabschiedete sich von seinem Job als Lastenträger des Samichlaus. Dieser «vechlopfte» natürlich ob der Kündigung von Maximilian. Er wünschte ihm einen Engel, der ihm Schönes zeigen sollte. Zusammen mit dem Engel landete er – wie sollte es auch anders sein – in Appenzell. Er erlebte den Innerrhoder Jahreslauf mit all den gelebten Traditionen: das Sternsingen, «d’Faschned mit de Botzerössli», die Landsgemeinde, Fronleichnam, «s’Öberefahre», das Ländlerfest, «d’Chölbi ond d’Vechschau», Allerheiligen und eben den Advent – die Zeit, in der ja der Samichlaus, der Schmutzli und der vierbeinige graue Lastenträger unterwegs sind. In diesem Moment wurde ihm bewusst, dass er nie mehr von Haus zu Haus gehen wird, nie mehr die strahlenden Kinderaugen sehen und das Aufstellen des «Chlausezüüg» in den Stuben beobachten kann.

Dem Esel wurde es ganz warm ums Herz und er merkte, dass es nebst den unzufriedenen, nur materiell denkenden Menschen ganz viele gibt, die sich für das Gute einsetzen. So nahm er den Dienst als Lastesel wieder auf, der Samichlaus und der Schmutzli waren natürlich «föchelig» froh darüber. Und der Wunsch des Esels Maximilian soll im nächsten Herbst in Erfüllung gehen. Er möchte nämlich bei der Viehschau in Appenzell dabei sein, befürchtet aber, dass er als Esel keinen Platz findet. Erzählerin Luzia Graf beruhigte Maximilian mit der Feststellung, dass die neue Metzibrücke zwei Balkone habe, wo auch ein Esel Platz habe.

Luzia Graf baute in die Geschichte schnitzelbankmässig auch den Besuch von Botswanas Präsident Mokgweetsi Masisi an der diesjährigen Landsgemeinde ein, der dermassen gefroren hatte, dass er dick eingemummelt in einer Wolldecke und mit Mütze auf der Tribüne sass. Passend zu dieser Episode sang der Chor Appenzell hier ein afrikanisches Lied.

Die Geschichte vom Esel Maximilian war eingebettet in ein stimmungsvolles Liederbouquet des Chors Appenzell unter der Leitung von Beatrice Rütsche. Am Piano begleitete Georg Kegel die Sängerinnen und Sänger. In der Kirche, in der viele Familien mit Kindern sassen und zuhörten, kam bestimmt der erste Hauch von weihnächtlicher Vorfreude hoch. Der Funke zum Publikum war schon längst geflogen, als die bekannte Aschenputtel-Melodie ertönte mit dem Text «Weihnacht, frohe Weihnacht». Ins Konzert «eingeschlichen» hatte sich auch ein Rugguusseli, einfach wunderbar in der Adventszeit. Dem Chor Appenzell ist es gelungen, Helligkeit und Wärme in die Kirche zu zaubern und damit auf die Adventszeit einzustimmen.

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  • (Symbolbild: fotolia)

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